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Meisterwerke in der Hamburger Kunsthalle

Die Alten Meister in der Kunsthalle Hamburg
Die Sammlung der Alten Meister umfasst vier Sammlungsbereiche. Die Norddeutsche Kunst um 1400 bildet dabei einen der Schwerpunkte. Die Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts verdankt die Kunsthalle im Ursprung einer Schenkung von 1879, wobei auch beachtliche Zukäufe gemacht werden konnten. Werke der italienischen Malerei von 1350 bis 1800 stammen im Wesentlichen aus der Sammlung Siegfried  Wedells. Einige wenige Gemälde der französischen Malerei des 16. bis 18. Jahrhunderts, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erworben wurden, bilden inhomogene Werkkomplexe.
 

Ständig zu sehen sind Arbeiten etwa von Meister Bertram:

Bertram von Minden, auch bekannt als Meister Bertram (* um 1340 in oder bei Minden (Westfalen); † 1414 oder 1415 in Hamburg), war einer der bedeutendsten Maler der Gotik. Der Ortsteil Bierde von Petershagen an der Weser gilt neben Minden als Geburtsort von Meister Bertram, da dessen Bruder urkundlich als Cord van Byrde ein Toponym trug. Seine genaue Lebenszeit ist unbekannt. Man vermutet, dass er eine Ausbildung bei den Hofkünstlern Kaiser Karls IV. in Prag genossen hat.

Kunsthalle

Meister Francke,  (auch: Frater Francke, * um 1383 am Niederrhein; † um 1436 in Hamburg) war ein Mönchsmaler von Altarbildern. Aus der Kopie eines Kaufvertrags für ein Altarbild geht hervor, dass Francke spätestens 1424 in das Dominikanerkloster St. Johannis in Hamburg eintrat. Man schätzt, dass Francke etwa zwanzig Jahre lang, etwa ab 1420, in Hamburg gelebt hat. Die Klöster in Reval, Hamburg und Zutphen gehörten alle zur Ordensprovinz Saxonia.
Als das wahrscheinlich letzte von Franckes Hand geschaffene Gemälde gilt der Schmerzensmann von 1435, der an an der Südwand des Chors in der Hamburger St. Petri Kirche hing und sich heute hier befindet.

Von Hans Holbein d. Ä. ist die Darstellung Christi im Tempel zu sehen, ausserdem Werke von Jan Massys, dem Meister der weiblichen Halbfiguren, Niederländischen Kircheninterieurmalern wie Saenredam, Houckgeest oder De Witte, Rembrandt, Ruisdael, Rubens sowie die Werke der Hamburger Maler Georg Hinz oder Balthasar Denner.
Die Hamburger Kunsthalle besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen zur Malerei des 19. Jahrhunderts. Die Galerie des 19. Jahrhunderts im Altbau der Kunsthalle beginnt mit den Künstlern der Romantik z.B. Caspar David Friedrich.

Eine Sonderausstellung 2015 ist Franz Ludwig Catel gewidmet.
 

Kunsthalle modern

Caspar David Friedrich (* 5. September 1774 in Greifswald; † 7. Mai 1840 in Dresden) war ein deutscher Maler, Grafiker und Zeichner. Er gilt heute als der bedeutendste Künstler der deutschen Frühromantik.In den Hauptwerken Friedrichs wird in revolutionärer Weise der Bruch mit den Traditionen der Landschaftsmalerei von Barock und Klassizismus vollzogen. Der Themen- und Motivkanon dieser Bilder vereinigt Landschaft und Religion vorzugsweise zu Allegorien von Einsamkeit, Tod, Jenseitsvorstellungen und Erlösungshoffnungen.
1974 schon gab es hier eine Ausstellung Kunst um 1800 und 2005 Seestücke. Von Caspar David Friedrich bis Emil Nolde

Philipp Otto Runge (* 23. Juli 1777 in Wolgast ; † 2. Dezember 1810 in Hamburg) war neben Caspar David Friedrich der bedeutendste deutsche Maler der Frühromantik.
Joseph Anton Koch (* 27. Juli 1768 in Obergiblen bei Elbigenalp im Lechtal, Tirol; † 12. Januar 1839 in Rom, ± Campo Santo Teutonico) war ein österreichischer Maler der Biedermeierzeit.
Arnold Böcklin (* 16. Oktober 1827 in Basel; † 16. Januar 1901 in San Domenico bei Fiesole, Provinz Florenz) war ein Schweizer Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer des Symbolismus. Er gilt als einer der bedeutendsten bildenden Künstler des 19. Jahrhunderts in Europa.
Adolph Friedrich Erdmann von Menzel (* 8. Dezember 1815 in Breslau; † 9. Februar 1905 in Berlin), geadelt 1898, war Maler, Zeichner und Illustrator. Er gilt als der bedeutendste deutsche Realist des 19. Jahrhunderts.
Ein Werk von ihm: Aufbahrung der Märzgefallenen, unvollendet, 1848
Zur Romantik zählt man auch Franz Ludwig Catel (* 22. Februar 1778 in Berlin ; † 19. Dezember 1856 in Rom) mit seinen Italienbildern.
Weiterhin sind Werke zu sehen von Wilhelm Leibl, Paul Gauguin, Claude Monet, Auguste Renoir und Max Liebermann.
Wilhelm Maria Hubertus Leibl (* 23. Oktober 1844 in Köln; † 4. Dezember 1900 in Würzburg) war als Maler ein bedeutender Vertreter des Realismus in Deutschland. 1892 wurde Leibl vom Prinzregent Luitpold von Bayern zum königlichen Professor ernannt. 1895 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine große Goldmedaille.
Die Ausstellung endet mit den Werken des deutschen Impressionismus. Die Jahre 1800 und 1914, die Anfang und Ende dieser Abteilung markieren, sind Epochenschwellen. Steht am Beginn die radikale Kunsterneuerung der Romantik, wird das Ende durch den Ersten Weltkrieg markiert – wenn auch durch die künstlerischen Avantgarden des Expressionismus und der Abstraktion bereits einige Jahre zuvor eine Zäsur in der Kunstentwicklung erkennbar wurde.

Klassische Moderne
Einen Schwerpunkt der Neuhängung bilden neue Leihgaben aus Privatbesitz und das von den Freunden der Kunsthalle neu erworbene Selbstportrait Halbaktmit Feigenkaktus von Anita Rée, die zu neuen Sichtweisen auf die Klassische Moderne einladen.

Nur einige Namen seien aus der Abteilung der klassischen Moderne genannt: Max Beckmann und Oskar Kokoschka, Willi Baumeister und Oskar Schlemmer, die Werkgruppen der Künstler der "Brücke" und des "Blauen Reiter" (Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Franz Marc).
Willi Baumeister eigentlich Friedrich Wilhelm Baumeister (* 22. Januar 1889 in Stuttgart; † 31. August 1955 ebenda) war ein deutscher Maler, Grafiker, Bühnenbildner, Typograf, Kunsttheoretiker, Autor und Hochschullehrer. Er gilt weltweit als einer der bedeutendsten Künstler der Moderne.
Die Abteilung „Klassische Moderne" in der Hamburger Kunsthalle zählt zu den profiliertesten und bedeutendsten ihrer Art in Deutschland. Nach den Verlusten durch die Aktion „Entartete Kunst" der Nationalsozialisten im Jahr 1937 waren alle Kunsthallendirektoren nach 1945 bestrebt, diese Sammlung wieder aufzubauen, zu erweitern und zu präsentieren. Vielfalt und Konzentration bestimmen diese Abteilung, die die Zeitspanne von 1900 bis ca. 1960 umfasst.
Am Anfang steht eine umfangreiche Gruppe von Gemälden von Lovis Corinth. Sein Werk wird von den realistischen Anfängen bis zum malerischen Spätwerk eindrucksvoll mit Hauptwerken wie Der Putztisch oder Flora dokumentiert. Ebenfalls mit malerischen Glanzstücken ist der Norweger Edvard Munch in der Sammlung präsent: Eine Version seiner berühmten Madonna sowie Drei Mädchen auf der Brücke sind nur zwei Höhepunkte in einer ganzen Gruppe von Gemälden des Künstlers. Das Werk des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck wird in einem eigenen Saal präsentiert. Insgesamt sieben Werke, allesamt frühe Terrakotten, geben einen Überblick über dieses plastische Werk der Jahre von 1910 bis 1918, dem Jahr vor dem Tod des Künstlers.
Ein weiterer gewichtiger Schwerpunkt der Sammlung sind die Gemälde der „Brücke"-Künstler, vor allem von Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und Emil Nolde. Kirchners Gutshof Staberhof, entstanden auf der Insel Fehmarn, sein Selbstbildnis mit Modell oder das in den frühen Jahren in Davos entstandene Selbstbildnis Das Wohnzimmer sind herausragende Beispiele seiner Malerei, wie auch die in Norwegen entstandene Landschaft Lofthus und die im Hamburger Atelier gemalte Figurenkomposition Atelierpause von Schmidt-Rottluff. Von Nolde beherbergt die Sammlung u. a. ein frühes Hauptwerk seiner religiösen Bilder, das Triptychon Maria Aegyptiaca. Werke von Erich Heckel und Otto Mueller runden den Überblick über dieses wichtige Kapitel der deutschen Kunst ab.
Die Entwicklung der Malerei des „Blauen Reiter" wird an bedeutenden Einzelwerken von Franz Marc, Wassily Kandinsky, August Macke und Alexej Jawlensky dokumentiert. In der Nachbarschaft zu gleichzeitigen Werken französischer Künstler wird der Einfluss, den Künstler wie Pablo Picasso, George Rouault, André Derain oder Robert Delaunay auf die deutschen Künstler hatten, verdeutlicht. Picassos frühkubistisches Bildnis des Kunsthändlers Clovis Sagot oder Delaunays Eiffelturmdarstellung Fenster-Bild sind herausragende Werke innerhalb der Entwicklung der modernen Kunst.
Moderne Tendenzen zeigen auch die Werk von Künstlern, die seit der Gründung 1919 am „Bauhaus" in Weimar und später Dessau lehrten: Paul Klee, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und Lyonel Feininger. Klees Revolution des Viaduct, Schlemmers Treppenszene und Feiningers Ostchor des Doms zu Halle sind Höhepunkte dieser Bewegung.
Vom Umfang her nicht groß, aber gewichtig ist die Gruppe von Gemälden der „Neuen Sachlichkeit": Christian Schads Bildnis des Reporters Egon Erwin Kisch, John, der Frauenmörder von George Grosz, das Selbstbildnis der Hamburger Künstlerin Anita Rée und die Mutter mit Kind von Otto Dix machen diesen neuen Realismus nach dem Ersten Weltkrieg deutlich.

Wilhelm Heinrich Otto Dix (* 2. Dezember 1891 in Untermhaus, heute Stadtteil von Gera; † 25. Juli 1969 in Singen am Hohentwiel)  Otto Dix’ Werk ist von stilistischer Vielfalt geprägt, bleibt jedoch in seiner künstlerischen Grundhaltung dem Realismus verpflichtet. Am bekanntesten sind diejenigen seiner Gemälde, die der Neuen Sachlichkeit (Verismus) zugerechnet werden.
Der Schritt in die Gegenstandslosigkeit dokumentiert sich in den Werken der vor allem deutschen und französischen Künstler, die sich vor dem Zweiten Weltkrieg in der Gruppe „Abstraction – Creation" zusammenschlossen: 

Gemälde Hans Arp Französische Post

Hans oder Jean Arp (* 16. September 1886 in Straßburg als Hans Peter Wilhelm Arp; † 7. Juni 1966 in Basel) war ein deutsch-französischer Maler, Bildhauer und Lyriker. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Dadaismus und Surrealismus in der Bildenden Kunst und der Literatur.
Zur Gruppe gehörten auch seine Frau Sophie Taeuber-Arp oder Man Ray. Diese Arbeiten, zusammen mit abstrakten Gemälden von Walter Dexel, Friedrich Vordemberge-Gildewart, Karl Buchheister und Laszlo Moholy-Nagy, stehen für eine Entwicklung, die durch die politischen Ereignisse und den Zweiten Weltkrieg jäh abgebrochen wurde.

Auch ein künstlerischer Außenseiter wie Giorgio Morandi oder späte Werke von den Begründern der Moderne, Pablo Picasso, Marc Chagall verdeutlichen, dass die Sammlung „Klassische Moderne" die ganze Vielfalt der künstlerischen Moderne präsentiert.

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall am Hauptbahnhof
20095 Hamburg
 

IMM Hamburg