Tremsbüttel

Gut Wellingsbüttel mit Torhaus

1296 das erste Mal erwähnt, danach bis 1806 reichsfreies Rittergut, durchlebte Wellingsbüttel eine wechselhafte Geschichte.

Die wechselnden Eigentümer Gut Wellingsbüttels waren vom Beginn des 15. bis Anfang des 20. Jahrhunderts nacheinander die Erzbischöfe von Bremen, Dietrich Reinkingk, die Freiherrn von Kurtzrock, König Friedrich VI. von Dänemark und Norwegen, Hercules Roß, die Hamburger Großbürger Jauch, die Bankierswitwe Cäcilie Behrens und Otto Jonathan Hübbe. 

Herrenhaus Wellingsbüttel
Herrenhaus

Wellingsbüttel gehört heute zum Stadtteil Wandsbek und wurde Waldingsbutle oder auch Waldegesbutle genannt. Der Name geht auf eine sächsische Gründung durch einen Mann namens Walding zurück. Das Gut befand sich seit 1412 im Besitz der schon genannten Bremer Erzbischöfe, die es vornehmlich an Hamburger Domherren verpfändeten. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 gelangte das Gut an Schweden. Unter Königin Christine wurde Wellingsbüttel 1649 vererblicher Besitz des Juristen Reinkingk, letzter Kanzler der Bremer Erzbischöfe.

Wellingsbüttel war Anfang des 19. Jahrhunderts Sitz des Herzogs Friedrich Karl Ludwig von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck, Ahnherr nahezu sämtlicher europäischer Königshäuser des 20. Jahrhunderts. Unter den Hamburger Großbürgern Jauch wurden Gut Wellingsbüttel und das Herrenhaus zu einem Mittelpunkt hanseatischer Lebensart im 19. Jahrhundert. Das denkmalgeschützte Ensemble aus Herren- und Torhaus an der Alster liegt heute inmitten des unter Naturschutz stehenden Alstertales. Das Torhaus beherbergt das Alstertalmuseum.

Theobald Joseph v. Kurtzrock errichtete um etwa 1750 das Herrenhaus Wellingsbüttel und 1757 das Torhaus. Das Herrenhaus, dessen Baumeister unbekannt ist, ist nicht gänzlich in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten. Es wurde 1888 durch den Architekten Martin Hallerum ein Geschoss aufgestockt. Das Herrenhaus ist ein neunachsiger Barockbau mit Mittelrisalit, hinter dem der zentrale Saal des Herrenhauses liegt.

 

Torhaus Wellingsbüttel
Torhaus

Der Entwurf des Torhauses stammt von Georg Greggenhofer. Ausgeführt wurde der Plan von dem Maurermeister Leptien. Das Torhaus ist dem Backsteinbarock zuzurechnen. Das Torhaus ist heute ist wegen seiner Nutzung als Heimatmuseum, dem Alstertalmuseum und Veranstaltungsort zum kulturellen Mittelpunkt des Alstertals geworden. Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

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