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Gut Panker und der Hessenstein

Das über fünfhundert Jahre alte Gut Panker liegt in Panker im Kreis Plön in der Nähe von Lütjenburg in Schleswig-Holstein. 

Das Gut befand sich seit dem ausgehenden Mittelalter im Besitz der Familie Rantzau. 1739 erwarb der aus der Linie Hessen-Kassel des Hauses Hessen stammende König Friedrich I. von Schweden das Gut Panker und das benachbarte Klamp für 88.000 Reichstaler, 1741 kaufte er außerdem für 138.000 Reichstaler die benachbarten Güter Schmoel und Hohenfelde. Friedrich kaufte den Besitz zur Versorgung seiner unehelichen Söhne, die dort die Herrschaft Hessenstein begründeten. Gut Panker ging 1808 an die Kurfürsten von Hessen-Kassel über. Das Gut mit seinen Ländereien und Gebäuden gehört heute der Hessischen Hausstiftung.
Auf Panker befand sich bereits zur Zeit der Wenden ein Herrensitz, doch ist über diese Zeit kaum etwas überliefert.

Das auch oft als Schloss bezeichnete Herrenhaus befindet sich in Privatbesitz, das umliegende Gutsdorf jedoch ist touristisch erschlossen und mit mehreren Gaststätten, Galerien und niedergelassenen Kunsthandwerkern eines der bekanntesten Ausflugsziele in der Region der Holsteinischen Schweiz.


Herrenhaus Gut Panker
Herrenhaus Gut Panker CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=216497


Im Inneren des Hauses hat sich die ursprüngliche Ausstattung nur teilweise erhalten, so finden sich unter anderem barocke Plafondgemälde aus hessischen Schlössern und einige alte Balkendecken aus dem Ursprungsbau. Das Gebäude wurde 1954 umfassend renoviert und zum Teil im Geschmack der Zeit neu ausgestaltet. Das Herrenhaus befindet sich bis heute in Privatbesitz und wird bewohnt, es ist daher für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.


Das Herrenhaus diente 1967 als Kulisse in der Verfilmung der Novelle Rheinsberg von Kurt Tucholsky. In diesem Film mit Cornelia Froboess und Christian Wolff stellte es das brandenburgische Schloss Rheinsberg dar.

Etwa eineinhalb Kilometern westsüdwestlich vom Herrenhaus erhebt sich auf dem 128 Meter hohen Pilsberg, einer Stauchmoräne, ein Aussichtsturm aus dem 19. Jahrhundert, der sogenannte Hessenstein. Der polygonale Turm im Stil der Neogotik wurde von 1839 bis 1841 errichtet und ist siebzehn Meter hoch. Eine gusseiserne Wendeltreppe führt auf die von einem Zinnenkranz umgebene Aussichtsplattform, die einen Blick von den Werftanlagen Kiels über das Marine-Ehrenmal Laboe auf die Ostsee bis zur Hohwachter Bucht und den Großen Binnensee ermöglicht. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis nach Schwansen und Fehmarn sowie zu den dänischen Inseln Als und Ærø zulässt. Durch eine Schneise zwischen den umgebenden Bäumen ist in südöstlicher Richtung der Bungsberg zu sehen. Der Turm schmückt das Wappen Pankers und war der erste einer Reihe ähnlicher Aussichtstürme in Schleswig-Holstein, wie dem Elisabethturm auf dem Bungsberg oder dem Parnass-Turm bei Plön.

 

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