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Gottesbuden in Ahrensburg  für einen halben Taler 

Zwischen 1594 und 1596 ließ Peter Rantzau zunächst eine Kirche errichten. Die Rantzaus sollten eine Grablege bekommen. 

Gleichzeitig kamen zwei Reihen mit 12 Scheibenhäuschen, die sog. Gottesbuden dazu. Sie wurden an der Süd- und Nordseite des Friedhofes angebaut und bildeten zusammen mit der Friedhofsmauer eine geschlossene Anlage. Ziel war seinerzeit die Bedürftigen und Alten seines Gutes unterbringen zu können.

Dann sollte die heutige Marktstraße zur Bundesstraße 75 ausgebaut werden. Das war  in den 1840er Jahren.  Die westlichste Bude jeder Reihe wurde deshalb abgebrochen. Seitdem besteht Jede der beiden Reihen aus 11 Wohnungen, die über einen Eingangsbereich, der gleichzeitig als Küche dient und eine etwa 16 m² große Stube verfügt. 
Zunächst lebten in den nördlichen Buden bedürftige Menschen, die kostenlosen Wohnraum erhielten. Sie erhielten durch eine großzügige Stiftung des Peter Rantzau auch finanzielle Unterstützung.

Gottesbuden Ahrensburg

Gottesbuden Ahrensburg

Die Wohnungen der südlichen Reihe hingegen wurden für die ortsübliche Miete von einem halben Taler vermietet, die Einkünfte dienten der Unterhaltung der Kirche.
Im Gegenzug waren die sogenannten "Prövener", die Bewohner der Gottesbuden, verpflichtet, durch Gartendienste ihre "Pröve", also die Gabe aus der milden Stiftung zu verdienen. Noch 1856 erhielt der Gärtner Petersen auf diese Weise neben freier Kost und Logis auch "auf herrschaftliche Rechnung … die Wäsche und seinen … Brandwein und Toback".
Die Miete für die Gottesbuden liegt noch heute in der Höhe, wie sie Peter Rantzau im späten 16. Jahrhundert festgesetzt hat, nämlich bei diesem halben Taler (ca. 0,75 €) monatlich.
Bis in die heutige Zeit werden die nördlichen Buden mietfrei von der Kirchengemeinde vergeben, die südlichen Buden werden auch nach sozialen Gesichtspunkten vermietet, dabei wird die historische Miete  von etwa 0,75 € ("Der halbe Taler") immer noch symbolisch kassiert. 
Die Wohnungen modernisierte mittlerweile die Kirche und baute Zentralheizungen und sanitäre Anlagen ein.

Unsere Radtour D Herrenhäuser pur geht hier durch und führt weiter nach Jersbek.

 

 

 

 

Oher Gräberfeld

 

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