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Erdöl und seine Förderung am Beispiel des Erdölmuseums Wietze

 

2016: Mit einem Anteil von rund 30,6 % am Primärenergieverbrauch ist Erdöl der wichtigste Energieträger weltweit und wird dies auch auf absehbare Zeit bleiben.
Die Welterdölförderung stieg in diesem Jahr um 0,6 % auf ein neues Allzeithoch von über 4,37 Mrd. t, während der Erdölverbrauch im selben Zeitraum um rund 0,8 % auf 4,38 Mrd. t zulegte.
Das verbleibende Potenzial an Erdöl (Reserven und Ressourcen) beträgt rund 689 Mrd. t. Die Mengen an nicht-konventionellem Erdöl (Schieferöl (Erdöl aus dichten Gesteinen), Ölsand, Schwerstöl sowie Ölschiefer) lagen bei rund 447,874 Mrd. t.
Beschäftigen wir uns also mit dieser Energieform.
Erdöl ist bereits seit einigen Tausend Jahren bekannt. Da es eine relativ geringe Dichte besitzt, die noch unter der von Wasser liegt, kann es beim Fehlen einer nach oben abdichtenden Gesteinsschicht aus größeren Tiefen im Poren- und Kluftraum von Sedimentgesteinen bis zur Erdoberfläche aufsteigen. Dort wandelt sich das normalerweise relativ dünnflüssige Öl durch die Reaktion mit Sauerstoff und den Verlust leicht flüchtiger Bestandteile in eine teerartige Substanz, sogenanntes Bitumen oder Asphalt, um. 

 

 

 

 

Agp at the German language Wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], from Wikimedia Commons

Bereits in der Vorgeschichte wurde Erdöl verwendet, etwa zum Abdichten von Booten. Die moderne Geschichte beginnt mit der Nutzung von Petroleum als Lampenöl und Edwin Drakes Entdeckung einer unterirdischen Ölquelle in Titusville.  Am ersten Tag, an dem Drakes Quelle in Titusville in Pennsylvania am 27. August 1859 den Betrieb aufnahm, hat sie 25 Barrels Öl gefördert; aus einer Tiefe von nicht mehr als 21 Metern.
Mitte des 17. Jahrhunderts sollen schon einzelne Wietzer Bauern nachweislich ölhaltigen Sand aus sogenannten Teerkuhlen gefördert haben. Sie verkauften das daraus gewonnene Erdöl als Schmier- und Heilmittel in der näheren und weiteren Umgebung. 1858/59 brachte der Geologe Prof. Konrad Hunäus (1802-82) hier dann eine Erdölbohrung nieder und das war vor der legendären von Colonel Drake am Oil Creek. Erkundungsbohrungen fanden vorher schon ab 1842 (!) statt. 
Die Geschichte des Erdöls in Hemmingstedt bei Heide beginnt mit Peter Reimers, der 1856 ölige Sande auf seinem Grundstück entdeckte. Kurz darauf führte Ludwig Meyn dort mit Handgerät die erste Erdölbohrung durch. Nachdem die ersten Bohrungen fehlgeschlagen waren, wurden ab 1858 Bitumen, Wagenschmiere und Petroleum aus dem ölhaltigen Sand gewonnen. Dieser Ort wurde deshalb als Standort der großen Raffinerie gewählt.
Doch dauerte es noch einmal vier Jahrzehnte, bis 1899 die industrielle Erdölförderung in Wietze begann, an welcher in der Anfangszeit über 30 in- und ausländische Bohrgesellschaften beteiligt waren. Wietze betrieb zeitweise - zwischen 1900 und 1920 - das produktivste deutsche Erdölfeld mit einem Anteil von bis zu 80 Prozent an der Gesamtförderung.
1963 wurde die Erdölförderung in Wietze eingestellt.  Erste Ansätze für ein Museum gab es bereits 1961 bei der Deutschen Erdöl-Aktiengesellschaft (DEA, später Deutsche TEXACO AG). 1970 ging das Erdölmuseum Wietze schließlich auf die Gemeinde über. 
Das Gelände auf dem es errichtet wurde ist auf einem Teilstück des ehemaligen Ölfeldes (Betrieb "Kamerun").
Auf dem Museumsgelände sind verschiedene Relikte aus der Zeit um 1900 erhalten geblieben, schließlich betrieb man hier sogar ein Erdölbergwerk. Eine Freiluftausstellung umfasst weitere Bohr- und Fördereinrichtungen sowie Nutzfahrzeuge. Ein schöner Hingucker ist ein echter 54 m hoher Bohrturm. Viele Objekte sind noch funktionsfähig.
Die Dauerausstellung informiert, wie Erdöl entsteht, es gesucht, gefördert und verarbeitet wird.
Geöffnet:
März - November Di - So 10 bis 17 Uhr
Juli - August Mo - So 10 bis 18 Uhr
Einlass bis 1 Stunde vor Schließung. 

Schiffergesellschaft


 

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