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Der Dorfanger Bargfeld-Stegen

Im Dorfmittelpunkt von Bargfeld-Stegen erholt man sich auf besondere Weise. Der Dorfplatz steht unter Denkmalschutz und nennt sich Dorfanger. In vielen Garten- und Parkführern wird er beschrieben.

Der Begriff Anger bezeichnet ein meist grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz in Gemeinbesitz, der von allen Bewohnern der Stadt oder des Dorfes genutzt werden konnte und kommt schon aus dem germanischen: mhd. anger, ahd. angar, germanisch noch Vangr.  
Es war schon uralter Brauch, überliefert von den Germanen, das ein Ort für gemeinschaftliche Aktivitäten wie gemeinsames Backen in einem Dorfbackofen wie Delingsdorf beispielsweise oder gemeinsames Schlachten, ein heiliger Kultplatz betrieben wurde oder Ratsversammlungen (Thing) oder gar ein Richtplatz auf so einem Anger betrieben wurde. Man schreibt einem Anger auch zu dort gelegentlich Prozessionen durchzuführen oder Grabstätten zu beherbergen. 

Dorfanger Bargfeld-Stegen
Dorfanger Bargfeld Stegen

Der Anger in Bargfeld-Stegen jedenfalls ist einer der letzten und steht unter Denkmalschutz.
Neben der Entspannung ist dieser Ort auch ein Ort des Gedenkens, des gemeinsamen Gedenkens an die Gefallenen der Weltkriege und an die Errungenschaften.
Hier Schleswig-Holsteins oft blutige Geschichte.

Das Ehrenmal wurde 1922 zum Gedenken der Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet. Ein Außenkranz von 11 Eichen umschloss einen ursprünglich rechteckigen Platz, der von einer höheren Granitmauer eingefasst war und dessen Blickpunkt der etwa 5 Meter hohe Obelisk bildete.  Beim Umbau 1957 wurde die Granitmauer entfernt und durch eine niedrige Trockenmauer aus Findlingen ersetzt. Vorgelagert wurden die 28 Findlingsplatten mit den Namen der 1914 bis 18 gefallenen Soldaten aus Bargfeld.
1985 wurde das Ehrenmal in eine ovale Anlage umgewandelt, wobei der Obelisk als Mittelpunkt erhalten blieb. Die Anlage wurde um 8 Granitstelen mit den Namen der im Zweiten Weltkrieg gefallenen und vermissten Soldaten erweitert. 2012 wurde das Ehrenmal schließlich mit europäischer Förderung aufwändig saniert.
Die Bäume sind bemerkenswert. 1903 bis 1907 wurde ein Lindenkranz gepflanzt und eine Diagonalallee angelegt. An der Nienwohlder Straße sind zwei besondere Bäume zu finden. Am 16. April 1871 wurde die hiesige "Friedenseiche" hier gepflanzt. Die Doppeleiche wurde am 24. März 1898 östlich dieser Friedenseiche gepflanzt. Vor ihr steht der Gedenkstein "Up ewig ungedeelt".

Bargfeld-Stegen Up ewig ungedeelt
Up ewig ungedeelt

Interessant ist auch noch der Dorfteich, der sich wunderbar einpasst. Die an den Mittelweg angrenzende Sitzstufenanlage, die zum Verweilen einlädt wurde ebenfalls 2012 mit europäischer Förderung, die die Aktivregion Alsterland eingeworben hatte, gebaut.

 

 

 

 

Dorfanger mit Dorfteich
Dorfanger mit Dorfteich
Bismarckturm Aumühle