Das älteste Lübecker Stadttor Das Burgtor

Das Burgtor, wie wir es heute kennen, ist nur ein Teil der ehemaligen dreitorigen Befestigungsanlage im Norden der Stadt. Lediglich das innere, 1444 erbaute Tor blieb erhalten. Im Mittelalter waren ihm noch das Mitteltor und das Außentor vorgelagert, dazu Gräben und Brücken. Der schmale Landstrich zwischen Trave und Wakenitz, die die Stadt als natürlicher Schutz umgaben, musste gut gegen Feinde gesichert werden. An dieser strategisch so wichtigen Stelle stand eine Burg der Stadtherren, von der aber nichts erhalten geblieben ist. Die Befestigung Lübecks hatte zunächst nur aus Erdwällen und Pfahlkonstruktionen bestanden.  

Burgtor LübeckBurgtor Lübeck

Das Burgtor wurde 1224 zum ersten Mal erwähnt. Im Jahr 1299 berichtet der Chronist Detmar, dass die Stadt "den torn an den wal vor deme borchdore" errichten ließ. Vermutlich nahmen sich die Lübecker die römischen Befestigungen mit ihren wehrhaften Zinnen zum Vorbild.
Die Burgtoranlage hat mehrfach ihr Erscheinungsbild geändert. Ursprünglich war das Burgtor ein schlichter, zweckmäßiger Wehrbau mit Schießscharten und einer Öffnung zur Durchfahrt. Als selbst viel unbedeutendere Städte als Lübeck sich Anfang des 15. Jahrhunderts prächtige Toranlagen bauten, wollten die lübschen Bürger nicht zurückstehen. 1444 wurde das Burgtor im gotischen Stil durch den Stadtbaumeister Nikolaus Peck verschönert und erhielt einen schlanken, spitzen Helm. 1685 zerstörte eine Pulverexplosion das Schmuckstück.

Das älteste StadttorDas älteste Stadttor

Ein Feuerwerker hatte im Geschützturm unvorsichtig mit Pulver hantiert und so das Unglück verursacht. Nach dem Brand wurde der Turm in seiner jetzigen flacheren Form wieder aufgebaut. Jahrhundertelang haben die Lübecker die Burgtoranlage in gutem, wehrhaften Stand gehalten. Als im Jahr 1803 die Hansestädte der Neutralität versichert wurden, wiegte das die Stadtväter in einer falschen Sicherheit. Sie ordneten an, die Festungsanlagen zu schleifen. Nur das innere Tor blieb erhalten. Rechts und links des Burgtors stehen noch Reste der Stadtmauer mit fünf Wehrtürmen. Wenn auch die Burgtoranlage das Eindringen der Franzosen 1806 nicht hätte verhindern können, so tat manchem Bürger die Entfestigung der Stadt doch bitter leid. 
Mit dem wachsenden Verkehrsaufkommen im Fortgang des 19. Jahrhunderts wurde das Burgtor mit seinem nur einen Torbogen ein Engpass für Fuhrwerke und Fußgänger. 

Das Lübecker BurgtorDas Lübecker Burgtor

Auch war die Durchfahrt viel zu niedrig, um die zu den Markttagen hochbepackten Wagen gefahrlos passieren zu lassen. Zwischen 1850 und 1875 wurden zwei kleine Fußgängertore gebaut und die Decke des Haupttors erhöht. Diese Veränderungen erwiesen sich schon bald als nicht weitreichend genug. 1901 erhielt das Burgtor seine jetzige Form. 

 

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