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Das ehemalige Dominikanerkloster Burgkloster Lübeck

Im Gegensatz zum Zisterzienserkloster Reinfeld war das ursprüngliche „Maria-Magdalenen-Kloster“ jetzt das Burgkloster ein ehemaliges Lübecker Dominikanerkloster. Es befindet sich im Norden der Altstadt oberhalb des Hansemuseums.

Jetzt ist es auch Teil des Hansemuseums.
An dieser Stelle , dem schmalen Zugang zur Altstadt-Halbinsel, befand sich schon die slawische Burg Bucu. Später wurden mehrere Burgen darüber errichtet.
Als Dank für den Sieg über die Dänen, der auf die Hilfe der Heiligen Maria Magdalena zurückgeführt wurde, errichteten die Lübecker anstelle der letzten Burg ein Kloster und übergaben es 1229 dem Dominikanerorden. Damit erhielt nach den Franziskanern ein zweiter Bettelorden einen Sitz in Lübeck. Das Kloster Reinfeld hatte zu dem Zeitpunkt schon eine gewisse Bedeutung in der Region.

Burgkloster Lübeck
Burgkloster Lübeck

Nach dem verheerenden Brand von 1276 wurde das Kloster neu errichtet. Auch die Klosterkirche St. Maria-Magdalenen stammte aus dieser Zeit. Sie war später baufällig und wurde nur noch selten benutzt. Als dann am 13. März 1818 der zweite südliche Langhauspfeiler mit dem Gewölbe einstürzte, entschloss sich der Rat der Stadt mit Zustimmung der Bürgerschaft, die seit 1806 nicht mehr benutzte Kirche abzureißen. Lediglich die Nordwand, die an die Klosterbauten anschloss, und die darin eingebauten Kapellen blieben erhalten.  Carl Julius Milde sicherte einige ihrer Altäre und die Steinskulpturen der klugen und törichten Jungfrauen. Sie befinden sich heute im St. Annen-Museum.
Mit der Einführung der Reformation 1531 wurde das Kloster aufgelöst. Im Gebäude wurde ein Armenhaus eingerichtet, einige Räume wurden kommerziell genutzt.
An Stelle der abgebrochenen Kirche entstand 1874 bis 1876 ein Schulgebäude. Von 1893 bis 1896 wurde das Burgkloster noch einmal baulich stark verändert: Das Obergeschoss der Klausur wurde abgebrochen und durch eine neue Aufstockung ersetzt, die übrig gebliebenen gotischen Baubestandteile wurden umgestaltet. Zur Großen Burgstraße hin erhielt der Komplex die bis heute erhaltene reiche neugotische Fassade.

Gerichtssaal Burgkloster Lübeck
Gerichtssaal im Burgkloster Lübeck

Das Brauhaus aus dem 13. Jahrhundert und das Vorderhaus der Marstallschmiede mit seinem Renaissance-Doppelgiebel aus dem 15. Jahrhundert wurden 1894 für den Neubau eines Gerichtsgebäudes abgerissen. In dieser Form diente das Burgkloster bis 1962 als Gerichtsgebäude. Im Juni 1943 wurden im Gerichtssaal vom Volksgerichtshof unter Vorsitz seines Vizepräsidenten Dr. Wilhelm Crohne die vier Lübecker Märtyrer zum Tode verurteilt. Der Saal und die Aufbewahrungszellen sind noch erhalten und zugänglich. Von hier wurden die vier nach Hamburg überstellt, dort wurden sie am 10. November 1943 kurz hintereinander in der Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis durch Enthauptung mit der Guillotine hingerichtet.

Seit 1976 wurden die mittelalterlichen Bauteile wieder freigelegt. Das Gebäude sollte Museum werden und bekam eine modernen Eingangshalle. Im backsteingotischen Beichthaus des Burgklosters befand sich von Juli 2005 bis Ende 2011 das Museum für Lübecker Archäologie. Im Keller des Gebäudes war der Lübecker Münzschatz ausgestellt.


Öffnungszeiten und Betreten jetzt über das Hansemuseum.


 

 

 

 

Heimatmuseum Reinfeld