Das Heinrich und Thomas Mann Zentrum im Buddenbrookhaus Lübeck

A-Z

Thomas Mann: Das Haus seiner Großeltern, im Besitz der Familie 1842 - 1891, war das literarische Vorbild für den 1901 erschienenen Roman Buddenbrooks:

Die Geschichte spielt zu großen Teilen in einem „Haus in der Mengstraße“, das große Ähnlichkeiten, aber auch einige Unterschiede zum Haus Mengstraße 4 in Lübeck aufweist. Thomas Mann orientierte sich beim Schreiben seines Romans an der historischen Wirklichkeit, verwandelte sie aber in Dichtung. Dadurch wurde auch das Haus als „Buddenbrookhaus“ weltberühmt. Heute - ein Jahrhundert nach dem Erscheinen des Romans - hat es seine Bestimmung gefunden: Nach einer wechselvollen Geschichte beherbergt es das Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum, eine Gedenk- und Forschungsstätte für die beiden Schriftstellerbrüder. 

Buddenbrookhaus Lübeck
Buddenbrookhaus Lübeck

In der gegenüberliegenden Marienkirche wurden einst Heinrich und Thomas Mann - ganz der Familientradition folgend - getauft.

Die aufwändig verzierte Fassade des Buddenbrookhauses, ursprünglich aus dem Jahr 1758, verrät viel von dem Selbstbewusststein und dem Reichtum seiner bürgerlichen Bewohner.
Zur Zeit erwartet den Besucher im zweiten Stock die  „Beletage" als Teil der Dauerausstellung „Die ‚Buddenbrooks' - ein Jahrhundertroman" das „Speisezimmer mit den Götterfiguren" und das „Landschaftszimmer". Es ist eine einmalige inszenatorische Verbindung von Realität und dichterischer Phantasie. „Man saß im Landschaftszimmer im ersten Stockwerk des weitläufigen alten Hauses ... Die starken und elastischen Tapeten, die von den Mauern durch einen leeren Raum getrennt waren, zeigten umfangreiche Landschaften, zartfarbig wie der dünne Teppich, der den Fußboden bedeckte, Idylle im Geschmack des 18. Jahrhunderts, mit fröhlichen Winzern, emsigen Ackersleuten, nett bebänderten Schäferinnen, die reinliche Lämmer am spiegelnden Wasser im Schoße hielten oder sich zärtlich mit Schäfern küssten."
Diese Zeilen sind aus Thomas Manns nobelpreisgekrönten Roman „Buddenbrooks" (1901) .

Auf den Tischen, am Harmonium, am Puppentheater, an dem Lübeckischen Anzeiger von 1891, am Tisch, am Sofa verweisen zahlreiche kleine Zettel auf die Seitenzahlen des Romans.

Der Geschichte des Romans, seiner Entstehung, seiner Produktion, dem in Lübeck hervorgerufenen Skandal, dem 1929 vergebenen Literaturnobelpreis und nicht zuletzt seiner weltweiten und bis heute andauernden Rezeption - von den Übersetzungen bis über die Theaterstücke, Hörspiele und Verfilmungen - wird genügend Platz eingeräumt, so dass neben dem ästhetischen Genuss auch der kulturgeschichtliche Hintergrund nicht zu kurz kommt.

Es sind nur wenige Originale überliefert, einige wenige Stücke aus dem Familienbesitz - die Taufschale oder der Pokal zum 100. Firmenjubiläum - stellen den Bezug zur realen Familie Mann her, verknüpfen das Leben mit dem Werk.

Sechs Stationen berichten chronologisch von der internationalen Herkunft, dem literarischen und persönlichen Aufbruch aus Lübeck, nach Kalifornien und zuletzt in der Schweiz, erzählen die unterschiedlichen Lebenswege, das ebenso gemeinsame wie persönliche Leiden an Deutschland, die Geschichten der individuellen Abschiede und geben Hinweise zu den hinterlassenen Spuren der „amazing family". Zahlreiche Bild-, Film- und Tondokumente lassen ein an geschichtlichen Ereignissen nicht armes 20. Jahrhundert in all seinen Facetten und Auswirkungen auf das Leben von Heinrich (1871-1950), Thomas (1875-1955), der zweiten Generation Erika (1905-1969), Klaus (1906-1949), Golo (1909-1994), Michael (1919-1977), Elisabeth (1918-2002), Monika (1910-1992) und nicht zuletzt der lebenden Manns (Frido) entstehen und laden den Besucher ein zur Auseinandersetzung mit der Schriftstellerfamiliei Mann und dem Nationalsozialismus unter anderem auch des Schwiegersohns Gustaf Gründgens.
 

Öffnungszeiten und aktuelles hier...

TheaterFigurenMuseum