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Die BallinStadt mit dem Auswanderermuseum Hamburg

Am Ort der früheren Auswandererhallen im Stadtteil Veddel ist das Auswanderermuseum entstanden und wurde 2007 eingeweiht.
Die ersten Auswanderungshallen wurden hier 1901 errichtet. Drei wurden hier originalgetreu wieder aufgebaut.
Die Ausstellungen entführen Sie in die faszinierende und persönliche Geschichte des Mannes, der für viele Menschen eine kurze Heimstatt geschaffen hat. Das Museum zeigt Ihnen die historische Bedeutung des Ortes für die Welt.

Woher komme ich? Was habe ich von meinen Vorfahren geerbt? Diese Fragen beschäftigen die Menschen seit jeher. Im Familienforschungszentrum der Ballinstadt können sich Ahnenforscher auf die Spuren ihrer Vorfahren begeben und kostenlos in dem weltweit führenden Netzwerk genealogischer Datenbestände von ancestry nach ihren Ahnen recherchieren. Geschulte Mitarbeiter stehen den Besuchern dabei beratend zur Seite.

Vor 120 Jahren sehnten sich viele Europäer nach einer Zufluchtsstätte, die Arbeit und besseres Leben versprach. Millionen wollten in die Neue Welt und damit über den Ozean. Und den Traum verwirklichen konnte unter anderem der in Hamburg am 15. August 1857 geborene Albert Ballin. Seine jüdisch gläubigen Eltern waren aus Dänemark eingereist.
Albert Ballins Vater Samuel Joseph Ballin (1804–1874) war durch den Hamburger Brand im Jahr 1842 mittellos geworden gründete 1852  die Auswandereragentur Morris & Co in Hamburg, starb aber recht früh, nämlich schon 1874, so musste Albert mit 17 Jahren ins Geschäft einsteigen. 1875 erhielt er Prokura und wurde 1879 Teilhaber bei Morris & Co.
Die Firma vermittelte Auswanderungswilligen Schiffspassagen nach England und weiter nach Nordamerika. 1881 übernahmen Morris & Co die Passagevertretung der Hamburger Carr-Linie, die 1886 mit der Rob. M. Sloman-Reederei die Union-Linie bildete. Bereits beachtliche 17 Prozent aller Auswanderungen in die USA wurden 1882 von Morris & Co vermittelt. Ballin garantierte Carr gefüllte Zwischendecks auf den Schiffen zum Preis von 82 Mark pro Passage.
1886 war die Konkurrenz zwischen der Union-Linie und der Hamburg-Amerika-Linie HAPAG im Auswanderergeschäft groß, und die Konkurrenten teilten den Markt unter sich auf. Der Norddeutsche Lloyd und die HAPAG realisierten die Passage jedoch für 120 Mark. Bei der Carr-Linie fehlte es besonders für die ausländischen Auswanderer an ausreichenden und günstigen Passageplätzen im Zwischendeck.  Die Carr-Linie wurde letztendlich von der HAPAG übernommen. 
Am 31. Mai 1886 wurde Ballin Leiter des Passagedienstes der HAPAG, 1888 wurde er in den Vorstand der HAPAG berufen.

Es war aber alles nicht so einfach. Albert Ballin fasste den Entschluss, eine Zufluchtsstätte für die Millionen Auswanderer aus Europa zu schaffen bevor es an Bord ging und die Reise über den Ozean beginnen konnte.
1901 ließ der Generaldirektor auf der Elbinsel Veddel eben diese Massenunterkünfte für Tausende Auswanderer errichten, die aus ganz Europa jede Woche in der Stadt ankamen.
Es waren zwischen 1850 und 1939 über fünf Millionen europäische Auswanderer für die Hamburg das „Tor zur Welt“ war, auf der Flucht vor politischer und religiöser Verfolgung oder einfach um einem Leben in Armut und Hunger zu entgehen. Sie wollten über Hamburg die „Alte Welt“ verlassen und die "Neue Welt" erobern.

Es gab zwei Probleme zu lösen. 

 

 

 

 

Auswanderer, deren Einreise in die USA abgelehnt wurde, hatte die HAPAG auf eigene Kosten zurückzubringen, für die mussten also Unterkünfte her. Auf die Art und Weise gelangten auch mittellose Auswanderer nicht mehr so ohne weiteres in die Stadt. Die anderen Stadtbewohner wurden also wenig von den Auswanderern belästigt, zum anderen waren die unerfahrenen Emigranten so auch davor geschützt, überteuerte und unnütze Ware aufgeschwatzt zu bekommen.

Die Unterkünfte ermöglichten aber auch die Auswanderer vor ihrer Abfahrt zu überprüfen und sie 14 Tage in Quarantäne zu legen. So konnten keine Krankheiten an Bord gelangen.  Natürlich konnten dies keine Luxus-Wohnheime sein. Die „Auswandererbaracken“ am Amerikakai  wurden am 20. Juli 1892 eröffnet und rund 1400 Leute fanden hier Unterkunft in sehr notdürftigen Unterkünften. Immerhin besser wie in den Vierteln wie der Deichstraße zum Beispiel, einem typischen Elendsviertel für die Zeit damals.
Die Stadt Hamburg bekam die Auswanderungshallen 1934 von der HAPAG, Zwei Drittel des "Überseeheims" war ab April 1934 dann die Heimat für die Waffen-SS, am 1. November 34 übernahm diese Organisation dann den gesamten Komplex. Der Komplex war später im Weg, die zu errichtende vierspurige Wilhelmsburger Reichsstraße brauchte eine Menge Platz, vorher schon wurden viele "Auswandererhallen" abgerissen, die Hamburger Straßenbahn benötigte auch Areal.

Was noch da war wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein Zuhause für ausgebombte Hamburger Familien. Später nutzte auch eine Reihe von Kleinbetrieben die Gebäude.
Für das Kirchengebäude und die Schlafbaracken kam das aus 1962/63, da wurden diese bis auf eine einzige Halle entsorgt. Zuletzt war noch ein portugiesisches Restaurant hier ansässig, dann wurde auch diese letzte Halle dem Erdboden gleichgemacht. 


Öffnungszeiten BallinStadt:
April bis Oktober: täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
November bis März: täglich von 10.00 Uhr bis 16.30 Uhr
(auch an Sonn- und Feiertagen)
Letzter Einlass immer eine Stunde vor Schließung.
Täglich um 11 Uhr: kostenloser Kurzvortrag für Besucher. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt ist an der Kasse.

Hamburg-Museum