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Seeschlacht von Gotland 

Erschüttert von gewaltigen Explosionen versank am 31. Mai 1564 das schwedische Flaggschiff "Makeleos". Geschütz um Geschütz, Pulverkammer um Pulverkammer flogen in die Luft. Nichts blieb von dem Schiff, das einst mit dem schmückenden Beinamen "Der Unvergleichliche"-weil es größer und besser bewaffnet war als alle bis dahin bekannten Schiffe- und "Der Jütenhasser" bedacht worden war. Vor der Westspitze Gotlands fand an diesem Morgen ein langer Streit zwischen Dänemark und Lübeck auf der einen Seite und Schweden auf der anderen Seite einen seiner dramatischen Höhepunkte während des Nordischen Siebenjährigen Krieges(1563 bis 1570).

Hansekogge

Hansekogge

Lübeck war in den Streit zwischen den beiden skandinavischen Staaten hineingezogen worden, als der schwedische König Erich XIV. die Handelsfahrt der Hansestädte ins russische Narva stoppte und statt dessen versuchte, die Schiffe zum Kurs auf das von ihm beherrschte Reval umzuleiten. Als die Schweden schließlich 32 Lübecker Schiffe auf der Heimfahrt von Narva aufbrachten, war das Maß voll. Lübeck schloss am 13. Juni 1563 ein Bündnis mit dem alten Gegner Dänemark. Zum Krieg gegen Schweden stellte die Hansestadt sechs Kriegsschiffe unter dem Befehl der Ratsherren Friedrich Knevel und Johann Kampferbek. Zusätzlich zur regulären Mannschaft von 1.400 Seeleuten und Soldaten wurden noch 500 Landsknechte für die Enter- und Landkämpfe angeheuert.
Den Oberbefehl über die alliierte Flotte führten die Dänen, anfangs mit wenig Erfolg. Als am 10. September  1563 bei Gotland die gegnerischen Flotten aufeinander stießen, hatte der alte dänische Admiral und Seeheld Peder Skram (* zwischen 1491 und 1503 in Urup bei Horsens; † 11. Juli 1581 ebenda) das Kommando. Den Lübeckern war er noch bestens bekannt durch seine Siege gegen sie 1535 bei der Insel Bornholm und anschließend  bei der Schlacht von Svendborg vor Fünen. Aber hier vermochte er nicht seine Mannen mitzureißen. Das Gefecht im Nebel fiel aus. Ratsherr Knevel fühlte sich bestätigt. Er hatte bereits einen Monat zuvor gewarnt: "So wird zu Wasser diesmal weniger ausgerichtet werden, denn der dänische Admiral, ein alter, guter, frommer Mann, der hat bei und um sich wenig und schier gar keine see-erfahrenen Kapitäne, die zuvor solche Kriegshändel versucht hätten."
Der Winter zwang zur Pause, die Dänen wechselten das Kommando aus. Herluf Trolle  (* 14. Januar 1516 auf Schloss Lillö, Gemeinde Kristianstad; † 25. Juni 1565 in Kopenhagen) gab eine neue Segel- und Gefechtsordnung aus, verlangte sparsamen Einsatz des Geschützfeuers. Sein Ziel war die Kaperung des Gegners. Neues Admiralitätsschiff der Lübecker war die 1563 gebaute Engel. Insgesamt steuerte Lübeck zehn Schiffe zur neuen flotte bei.
Am 30. Mai 1564 trafen die Verbündeten vor Gotland auf die 40 bis 50 Schiffe starke flotte des Gegners. Man versuchte, sich gegenseitig einzuschüchtern. Die entscheidende Schlacht brach am nächsten Morgen um sechs Uhr los. Schweden und Dänen belegten sich stundenlang mit schwerem Geschützfeuer. Als gegen Mittag der Wind umsprang, nutzten die Lübecker die Gunst des Augenblicks, brachten Dänen in Sicherheit, zerschossen das Ruderblatt der "Makeleos" , enterten das Admiralitätsschiff und setzten die lübsche Flagge. Als auf dem Schiff ein Feuer ausbrach, flogen die Pulverkammern in die Luft. Nur 100 Mann der Besatzung konnten sich retten.

 

 

 

 

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