Die Bildung des Menschen und Wilhelm von Humboldt

Wilhelm von Humboldt wurde am 22. Juni 1767 in Potsdam geboren. In seiner Jugend wurde er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Alexander, dem späteren Weltreisenden und Naturforscher, von hochrangigen Hauslehrern erzogen, einer war Joachim Heinrich Campe. Wilhelm studierte 1787/88 an den Universitäten Frankfurt an der Oder und Göttingen Jura, bereiste Deutschland, Frankreich und die Schweiz, bevor er 1790 als Referendar am Berliner Kammergericht angestellt wurde. Schon 1791 zog er sich im Range eines Legationsrats in das Privatleben zurück, um sich weiterzubilden.

Freundschaftliche Beziehungen hatte er u.a. zu den Dichtern Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich von Schiller. Zu Gast auf Schloss Tremsbüttel beim Amtmann Graf Christian zu Stolberg-Stolberg traf er mit Matthias Claudius und  Friedrich Gottlieb Klopstock zusammen. Von 1797 an lebte er in Frankreich und Spanien, wurde 1802 preußischer Gesandter beim Päpstlichen Stuhl in Rom. Auf Empfehlung des Freiherrn vom Stein wurde er im Dezember 1808 als Geheimer Staatsrat an das preußische Innenministerium berufen., wo er als Direktor der "Sektion des Kultus und des Unterrichts" tätig war. Er wurde zum Reformator des Bildungswesens in Preußen in der Zeit napoleonischer Besetzung. Die alte Berliner Universität, im Ostteil der Stadt gelegen, und die jetzt seinen Namen trägt, wurde auf seine Initiative hin von König Friedrich Wilhelm III. gestiftet. Sie sollte durch geistige Kräfte ersetzen, was der Staat an physischen verloren hatte. Das 1748 bis 1755 von Johann Boumann errichtete Prinz-Heinrich-Palais diente als Universitätsgebäude, in dem die Vorlesungen 1810 begannen.


Im gleichen Jahr (1810) reichte von Humboldt sein Entlassungsgesuch ein und wurde Gesandter in Österreich. 1814/15 vertrat er zusammen mit dem Fürsten Karl August von Hardenberg die Interessen Preußens auf dem Wiener Kongress. Danach war er als Gesandter in London tätig. Im Dezember 1819 schied er aus dem Staatsdienst aus und zog sich auf das von seinem Vater ererbte Schloss Tegel zurück. Dort beschäftigte er sich bis zu seinem Tode als Sprachforscher und Sprachphilosoph und verfasste darüber etliche Abhandlungen.
Wilhelm von Humboldt litt in den letzten Jahren an der Parkinson-Krankheit und starb am 8. April 1835 in Tegel.
Er zählt zu den großen, fortwirkend einflussreichen Persönlichkeiten in der deutschen Kulturgeschichte. Betrachtet man ihn in der Gemeinschaft mit seinem Bruder Alexander von Humboldt, so wird man kaum ein zweites Geschwisterpaar finden, das die eigene geschichtliche Epoche mit solchem Forscherdrang und mit solch universeller Gelehrsamkeit geprägt hat wie diese beiden.

 

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