Wilhelm Furtwängler wirkte in Lübeck - War er "Hitlers gehätschelter Maestro" ?

Gustav Heinrich Ernst Martin Wilhelm Furtwängler (* 25. Januar 1886 in Schöneberg; † 30. November 1954 in Ebersteinburg bei Baden-Baden; beigesetzt auf dem Bergfriedhof in Heidelberg) war ein deutscher Dirigent und Komponist. Er gilt als einer der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts.
Wilhelm Furtwängler wurde als Sohn des bekannten Archäologen Professor Adolf Furtwängler (1853 - 1907) in Berlin geboren. Bereits im Alter von sieben Jahren erwachte in ihm das Interesse für Musik. Schon bald interessierten ihn die Werke der großen Meister und er begann seine musikalischen Einfälle aufzuzeichnen. Bedeutende Musiklehrer, wie Anton Beer-Walbrunn, Joseph von Rheinberger, Max von Schillings und Conrad Ansorge unterrichteten ihn und formten das künstlerische Talent. Zunächst völlig dem komponieren verschrieben, entdeckte er, der erst Zwanzigjährige, zufällig seine Begabung fürs Dirigieren. Ein Wendepunkt in seinem Leben.

Seine internationale Dirigentenlaufbahn begann er bei Felix Motti in München.
1911 ging er als Nachfolger von Hermann Abendroth nach Lübeck und dirigierte dort das Orchester des Vereins der Musikfreunde. Unterstützung erhielt er hier auch von Ida Boy-Ed. Es schlossen sich Engagements als Kapellmeister in Straßburg, Mannheim, Wien, Frankfurt am Main und Berlin an. Durch den Tod des Dirigenten Artur Nickisch 1922 verwaisten zwei der begehrtesten deutschen Dirigentenposten, der des Kapellmeisters des Leipziger Gewandhausorchesters und der des Direktors der Berliner Philharmoniker. In beiden Positionen konnte Furtwängler die Nachfolge antreten. Er setzte sich durch und fand schnell Anerkennung.
Erst 36 Jahre alt, nahm er den ersten Platz unter den deutschen Dirigenten ein. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn seither auch mit den Wiener Philharmonikern. 1931 übernahm er die musikalische Leitung der Bayreuther Festspiele, ab 1937 dirigierte er auch bei den Salzburger Festspielen. Als Gastdirigent leitete er schließlich im In- und Ausland alle bedeutenden Orchester. 
1945 erhielt Furtwängler von den amerikanischen Besatzungsbehörden Dirigierverbot. Man titulierte ihn als „Hitlers gehätschelten Maestro“, „musikalischen Handlanger der nazistischen Blutjustiz“ und „eine der verhängnisvollsten Figuren des Nazireiches“. Er wurde 1947 aber wieder freigesprochen.
Als Vierundsechzigjähriger übernahm er 1950 wieder die Leitung seiner Berliner Philharmoniker. 
Wilhelm Furtwängler, dessen eigene Kompositionen sich an der Spätromantik orientierten, galt als unübertroffener Interpret der Musik des 19. Jahrhunderts. Seine Aufführungen glitten nie zur Routine ab. Seine musikalische Auffassung spiegelte immer aufs Neue den stetigen bewussten Umgang mit dem Werk wider.
Er starb am 30. November 1954 in Ebersteinburg (Baden-Baden) .
Die Tatort-Kommissarin Maria Furtwängler ist mit ihm um einige Ecken verwandt. Furtwängler war nämlich Stiefvater der Schauspielerin Kathrin Ackermann, die mit Bernhard Furtwängler verheiratet war, einem Sohn von Wilhelms Bruder Walter. Deren Tochter ist Maria Furtwängler (* 13. September 1966 in München). Beim Tatort spielt sie seit 2002 die Charlotte Lindholm.







 

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