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Waldemar Bonsels und die Biene Maja

Jakob Ernst Waldemar Bonsels (* 21. Februar 1880 in Ahrensburg; † 31. Juli 1952 in Ambach am Starnberger See) war in den 1920er-Jahren einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller. Sein 1912 erschienenes Buch Die Biene Maja und ihre Abenteuer, das in über 40 Sprachen übersetzt wurde, und die 1915 veröffentlichte Fortsetzung Himmelsvolk machten ihn weltberühmt.

Briefmarke Biene Maja

Waldemar Bonsels wurde am 21. Februar 1880 als zweites von fünf Kindern in Ahrensburg (Holstein) geboren. Sein Vater, Reinhold Bonsels (1848–1923), gab 1884 seine Apotheke in Ahrensburg auf und studierte in Berlin Zahnmedizin.

Als Kind verbrachte er viel Zeit am Bredenbeker Teich zwischen Ammersbek und Ahrensburg.

Anfang der 1910er-Jahre zog Bonsels mit seiner Familie in das Haus des Freundes und Mitverlegers Isemann nach Schleißheim bei München. Dort verfasste er das Buch Die Biene Maja und ihre Abenteuer, das 1912 erschien.

Viele seiner Kindheitserlebnisse verarbeitete er darin.

Bonsels war bekannt als Antisemit, so dass sich bereits insofern eine Nähe zum Nationalsozialismus ergab. Anders als „die Avantgarde der Weimarer Republik“ erhielt er nicht ein Schreibverbot, sondern wurde in die Reichsschrifttumskammer aufgenommen.

Während des Zweiten Weltkriegs war er Herausgeber der kriegspropagandistischen Münchner Feldposthefte.

1941 gab er mit Der Hüter der Schwelle. Die Welt des Novalis eine Anthologie heraus, von der der Literaturwissenschenschaftler Herbert Uerlings sagt, sie enthalte „offene rassistische Hetze“ gegen Heinrich Heine, während der Dichter Novalis durch Bonsels einer „antisemitischen Indienstnahme“ ausgesetzt werde.

1943 erschien Bonsels Roman Der Grieche Dositos in einer Auflage von ca. 100 Exemplaren als „nicht für die Öffentlichkeit bestimmter“ Privatdruck. Ein Exemplar übersandte er dem damaligen Reichsinnenminister Wilhelm Frick und hob dabei eine beabsichtigte antisemitische Wirkung des Buches hervor.

Am 31. Juli 1952 starb Bonsels in seinem Haus in Ambach, seine Urne wurde im Garten des Hauses beigesetzt.

Seit 1932 gibt es in seiner Geburtsstadt Ahrensburg einen Waldemar-Bonsels-Weg. In Oberschleißheim, dem Entstehungsort der Biene Maja, ist der Bonselsweg nach ihm benannt, und auch in Kiel, wo er das Gymnasium besuchte, gibt es im Stadtteil Pries-Friedrichsort eine Straße mit seinem Namen. Ein Erinnerungsraum mit Gedenkstücken in seinem Haus in Ambach ist nach Voranmeldung für Besucher zugänglich.

Helmold von Bosau