A-Z

Voltaire und die Aufklärung

Voltaire (eigentlich François-Marie Arouet * 21. November 1694 in Paris; † 30. Mai 1778 ebenda) war ein französischer Philosoph und Schriftsteller. Er ist einer der meistgelesenen und einflussreichsten Autoren der französischen und europäischen Aufklärung.

Mit seiner Kritik an den Missständen des Absolutismus und der Feudalherrschaft sowie am weltanschaulichen Monopol der katholischen Kirche war Voltaire ein Vordenker der Aufklärung und ein wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution.
Voltaire war kein systembildender Denker, sondern ein „philosophe“ im französischen Sinn, das heißt ein Autor, der sowohl belletristische als auch philosophische, historische und naturwissenschaftliche Schriften verfasste sowie publizistisch tätig war.
Voltaire kämpfte für die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, nicht für die Gleichheit von Status und Besitz. Er war der Meinung, dass es immer Arme und Reiche geben werde. Als Staatsform favorisierte er die Monarchie, an deren Spitze er sich einen „guten König“ wünschte. Einen solchen glaubte er bis zum Zerwürfnis in Friedrich II. zu sehen. Voltaire begab sich im Sommer 1750 an dessen Hof nach Sanssouci bei Potsdam, wo schon andere französische Literaten und Gelehrte Hofämter innehatten. Der Gelehrte erhielt das gut dotierte Amt eines Königlichen Kammerherrn und wurde behandelt wie ein hochrangiger Gast. Außerdem verlieh Friedrich II. ihm 1750 als einem der wenigen Zivilisten den an sich für kriegerische Leistungen gestifteten Orden Pour le Mérite, entzog ihm den Orden später aber wieder.
Zeitweise beteiligte er sich mit großen Teilen seines Vermögens an Reedereien, die, wie damals im Dreieckshandel zwischen Frankreich, Westafrika und den Antillen üblich, auch Sklavenhandel betrieben, ähnlich wie Graf Schimmelmann. In Ungnade bei Friedrich II. fiel er 1751 als dieser erfuhr, dass sein neuer Kammerherr sich in Berlin (wo er einen zweiten Wohnsitz unterhielt) auf ein unerlaubtes Wertpapiergeschäft mit sächsischen Staatsschuldverschreibungen (sogenannten Steuerantizipationsscheinen) eingelassen hatte.




Die dauerhafteste und letztlich weiteste Verbreitung fanden seine ab circa 1746 verfassten philosophischen Erzählungen (contes philosophiques), in welchen er zentrale Gedanken der Aufklärung auf undogmatische und unterhaltsame Weise einem breiteren Publikum näherbrachte.

Fragwürdig bleiben aber äußerungen von ihm wie von Leon Poliakov : Afrikaner hielt Voltaire für eine von Weißen verschiedene Spezies der Menschen, die mit Orang-Utans in Zeugungsgemeinschaft stehe.
Oder:
„Ich spreche mit Bedauern von den Juden: Diese Nation ist, in vielerlei Beziehung, die verachtenswerteste, die jemals die Erde beschmutzt hat.“

– Voltaire: Dictionnaire philosophique
Erst nach seinem Tod wurde nach und nach seine umfängliche Korrespondenz publiziert. Sie umfasst mit ihren mehr als 22.000 Briefen (darunter gut 15.000 eigene) 51 Bände  in den Œuvres Complètes de Voltaire (OCV), in der Edition der Voltaire Foundation und erscheint nachträglich als ein sehr bedeutender Teil seines Schaffens. Zu seinen Briefpartnern zählte auch die russische Zarin Katharina II., für Voltaire eine Philosophin auf dem Thron und der „strahlendste Stern des Nordens“. Sie erwarb nach seinem Tod seine Bibliothek, die sich heute in der Russischen Nationalbibliothek in Sankt Petersburg befindet.
Goethe übersetzte seine Tragödien Mahomet und Tancrède.

In Frankreich nennt man deshalb das 18. Jahrhundert auch „das Jahrhundert Voltaires“ (le siècle de Voltaire). 
Die Einheit Volt für die elektrische Spannung wurde aber nicht ihm zu Ehren so benannt sondern zu Ehren des italienischen Physikers Physiker Alessandro Volta. 

Jasmin Wagner