Victoria I. auf dem englischen Thron

Kann ein Schleswig-Holsteiner britischer König werden?

Ja, unter Umständen.


Das waren noch Zeiten, eine der einflussreichsten weiblichen Personen der Weltgeschichte war Queen Victoria. 
Victoria – deutsch auch Viktoria; gebürtig Her Royal Highness Princess Alexandrina Victoria of Kent – (* 24. Mai 1819 im Kensington Palace, London; † 22. Januar 1901 in Osborne House, Isle of Wight) war von 1837 bis 1901 Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland. Ab dem 1. Mai 1876 trug sie als erste britische Monarchin zusätzlich den Titel Kaiserin von Indien (Empress of India).
Mit der Thronbesteigung Victorias am 20. Juni 1837 endete aufgrund des im Königreich Hannover geltenden Salischen Gesetzes, welches Frauen von der Thronfolge ausschloss, die seit 1714 bestehende Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover. Das Viktorianische Zeitalter begann. Während der folgenden 63-jährigen Regierungszeit Victorias erreichte das Britische Empire zweifellos den Höhepunkt seiner politischen und ökonomischen Macht, die Ober- und Mittelschichten erlebten eine beispiellose wirtschaftliche Blütezeit. 
Weil sie schon zu Lebzeiten so viele adlige Nachkommen hatte erhielt sie den Beinamen „Großmutter Europas“; sie ist beispielsweise sowohl Ururgroßmutter der aktuellen Königin Elisabeth II. als auch von deren Ehemann Prinzgemahl Philip, Duke of Edinburgh.
Es gab schon früh bedeutende Verbindungen zu Deutschland.
Geburtshilfe leistete die spätere erste deutsche Frauenärztin Charlotte von Siebold.
Am 24. Juni 1819 wurde sie als Prinzessin im Kuppelsaal des Kensington Palace durch den Erzbischof von Canterbury auf die Namen Alexandrina (nach ihrem Taufpaten Zar Alexander I.) und Victoria (nach ihrer Mutter) getauft. Eigens für diesen Anlass hatte man das königliche Taufbecken aus dem Tower of London herbeigebracht.
Der Taufpate Alexander I. war Kaiser von Russland (1801–1825), König von Polen (1815–1825) und erster russischer Großfürst von Finnland (1809–1825) aus dem Hause Romanow-Holstein-Gottorp. 
1824 wurde die deutsche Baronin Louise Lehzen zur Gouvernante der fünfjährigen „Drina“, wie Victoria im Familienkreis genannt wurde, bestimmt und war fortan für die Erziehung der Prinzessin verantwortlich. 
Victoria sprach später fließend Deutsch und Französisch sowie etwas Latein, im täglichen Umgang mit ihrer Mutter unterhielt sie sich ausschließlich in Englisch, da die Duchess dies für politisch opportun hielt.
Preußen und Deutschland gegenüber war Queen Victoria lange Zeit positiv eingestellt, später, auch durch den Einfluss ihrer ältesten Tochter Vicky, lehnte sie Kanzler Bismarck ab und kritisierte ihren Enkel Kaiser Wilhelm II. erheblich.
Ihre älteste Tochter Vicky, die mit dem deutschen Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen verheiratet war, wurde zur designierten Kaiserin und hätte gegenüber ihrer Mutter Queen Victoria formell Vorrang gehabt. Dies war bedingt durch die Gründung des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871. Später wurde diese dann als Gemahlin Friedrichs III. zur Königin von Preußen und Deutsche Kaiserin.
Mit dieser Ehe hatten Victoria und Albert sich einst erhofft, den britischen Konstitutionalismus nach Preußen exportieren zu können und eine britisch-preußische Allianz zu schaffen. 
Sehr nachdenklich machte Victoria die Aussicht, dass Vickys ältestem Sohn Prinz Wilhelm (der zukünftige Kaiser Wilhelm II.), der ihrer Meinung nach alle bedauerlichen Charaktereigenschaften der Hohenzollern geerbt hatte, recht früh sein Amt antreten würde. Sie zweifelte Wilhelms persönliche Reife und Erfahrung für das Amt des Kaisers an.
Reichskanzler Otto von Bismarck lernte sie bei einem privaten Familienbesuch im April 1888 persönlich kennen und seine anti-britische Haltung beunruhigte sie zutiefst.
Am 22. Januar 1901 gegen 18:30 Uhr verstarb Königin Victoria im Alter von 81 Jahren in den Armen ihres Enkels Wilhelm II. und ihres Sohnes Albert Eduard.
Am 25. Januar betteten ihr Nachfolger Eduard VII., Kaiser Wilhelm II. und Prinz Arthur, Duke of Connaught sie in ihren Sarg.

Der Tod Queen Victorias beendete die seit 1714 bestehende Herrschaft des Hauses Hannover, die mit der Thronübernahme ihres ältesten Sohnes Eduard VII. auf das Haus Sachsen-Coburg und Gotha überging (ab 1917 wurde das Haus dann umbenannt in Haus Windsor).
Victoria hatte 40 Enkel und 88 Urenkel. Sie bestimmte, dass alle ihre Enkel ihren Namen oder den Alberts tragen sollten. Durch deren Ehen hat sie Nachkommen in fast allen europäischen Monarchien, weshalb sie auch den Beinamen „Großmutter Europas“ erhielt. 
Durch dieses Netzwerk strebte sie den Frieden in Europa an. Wie wirkungslos diese Form der Friedenssicherung war, zeigte sich im Deutsch-Dänischen Krieg (1848–1851), im Deutschen Krieg (1866) und schließlich im Ersten Weltkrieg (1914–1918), wo die Fronten jeweils quer durch die Verwandtschaft verliefen.
2008 gehören folgende europäische Monarchen und ehemalige Monarchen zu Victorias Nachkommen: Königin Elisabeth II. von Großbritannien, König Harald V. von Norwegen, König Carl XVI. Gustaf von Schweden, Königin Sophia von Spanien, König Juan Carlos I. von Spanien, Königin Margrethe II. von Dänemark, der ehemalige König von Griechenland Konstantin II. und der ehemalige König von Rumänien Michael I. Zu ihren Nachfahren gehören auch die Oberhäupter der ehemaligen Herrscherhäuser von Serbien, Russland, Preußen, Sachsen-Coburg-Gotha, Hannover, Hessen, Baden und Frankreich sowie der britische Prinzgemahl Philip, Duke of Edinburgh.
Wenn es bei der aktuellen Thronfolge des britischen Königshauses bleibt, könnte Prince George Alexander Louis of Cambridge (* 22. Juli 2013 in London), das erste Kind von Prinz William und dessen Frau Catherine König werden. Als Urenkel von Königin Elisabeth II. und Prinz Philip gehört er dem Hause Windsor und dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg an.

 

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