Udo Lindenberg und sein Sonderzug nach Pankow

Udo Gerhard Lindenberg (* 17. Mai 1946 in Gronau (Westf.)) ist ein deutscher Rockmusiker, Schriftsteller und Kunstmaler.

Er führte in den frühen 1970er-Jahren die deutsche Sprache in seine Texte ein und verhalf damit deutschsprachiger Rockmusik als Erster zum Durchbruch im Massengeschmack. Seitdem entwickelte er sich kontinuierlich zu einer führenden und prägenden Persönlichkeit im deutschen Musikgeschäft und seine Tonträger erzielten vielfach Gold-Status. 
In den 1980er-Jahren engagierte sich Lindenberg neben seinem musikalischen Schaffen besonders dem Thema der innerdeutschen Beziehungen. Trotz großer Bemühungen blieb es ihm jedoch verwehrt, mit seinem Panikorchester über einen überwachten Auftritt hinaus, der im Jahr 1983 vor ausgewähltem Publikum im Ostberliner Palast der Republik stattfand, in der DDR aufzutreten. Eine für 1984 schon geplante Tournee wurde von der Staatsführung wieder abgesagt. Legendär wurde die Lederjacke, die Lindenberg 1987 Erich Honecker anlässlich dessen ersten Besuchs in der Bundesrepublik Deutschland schenkte und für die er von diesem im Gegenzug eine Schalmei erhielt. Er spielte damit auf seinen Song "Sonderzug nach Pankow" an.

Briefmarke Udo Lindenberg
Udo Lindenberg

Die Jacke wurde an den VEB Jugendmode in Rostock versteigert und befindet sich heute im Kulturhistorischen Museum Rostock, einer seiner Hüte, so etwas wie sein Erkennungszeichen, ist im Hamburg-Museum zu sehen.
Im Juni 1988 trat er zusammen mit zahlreichen Musikern, zum Beispiel Michael Jackson, Pink Floyd und Nina Hagen, beim Rockkonzert vor dem Reichstag in West-Berlin auf. 

In den 1990er-Jahren trat Lindenberg mehr und mehr auch als Maler in Erscheinung. Einer ersten Ausstellung 1996 folgten zahlreiche weitere bis ins Haus der Geschichte. Nach der am 29. April 2005 eröffneten Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn folgten in Zusammenarbeit mit der Galerie Walentowski Ausstellungen seiner Werke in Werl (Eröffnung 6. November 2005) und Dresden (18. Februar 2006). Als Vernissage der Walentowski-Galerie „Udo Lindenberg & more“ in der neuen Europa Passage, Hamburg, begann diese mit einer exklusiven Udo-Lindenberg-Ausstellung. Werke Lindenbergs finden sich heute im Bundeskanzleramt Deutschlands. Im Jahr 2010 gab das Bundesministerium der Finanzen zwei von ihm gestaltete Sondermarken heraus. Auf Jagdschloss Augustusburg bei Chemnitz war vom 18. August bis 11. November 2012 die von Lindenbergs Freund und Kurator Manfred Besser gestaltete Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“ zu sehen. Sie war dem Gesamtwerk des Musikers und Künstlers Udo Lindenberg gewidmet und zeigte in vierzehn Räumen mehr als 500 Exponate von Lindenberg. Zuvor war die Ausstellung auf Schloss Neuhardenberg und im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zu Gast.

Am 13. Januar 2011 hatte das Musical Hinterm Horizont mit Liedern Lindenbergs in Berlin im Theater am Potsdamer Platz Premiere.[18] Der Handlung liegt die Liebesgeschichte zwischen ihm und dem besungenen „Mädchen aus Ostberlin“ zugrunde.

Udo Lindenberg erhielt für sein Schaffen zahlreiche Auszeichnungen und gilt als einer der wichtigsten Kulturschaffenden Deutschlands. Er lebt seit dem Jahr 1968 überwiegend im Hamburger Hotel Atlantic Kempinski.