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Raimund Harmstorf - Wolf Larsen aus Jack Londons Seewolf

Raimund Harmstorf (* 7. Oktober 1939 in Hamburg; † 3. Mai 1998 in Marktoberdorf) war ein deutscher Schauspieler. Bekannt wurde er Anfang der 1970er Jahre durch die Hauptrolle in dem  ZDF-Abenteuervierteiler Der Seewolf.

Raimund Harmstorf wuchs als Sohn eines Arztes in Hamburg auf. Er wurde Zehnkampfmeister in Schleswig-Holstein und studierte zunächst Medizin, später Musik und darstellende Kunst. Er war ab Ende der 1960er Jahre in kleineren Fernsehrollen zu sehen und hatte 1971 in der Rolle des Wolf Larsen in der Verfilmung von Jack Londons Roman Der Seewolf seinen Durchbruch als Schauspieler. Die Rolle des Kapitäns Wolf Larsen hatte Harmstorf 1971 zum Sinnbild des starken Mannes gemacht.
Interessant sind die Synchronsprecher: Harmstorfs Stimme schien zu jugendlich, er wurde synchronisiert von Kurt E. Ludwig. Edward Meeks wurde von Reinhard Glemnitz synchronisiert. Erzähler der Zusammenfassungen zu Beginn der einzelnen Folgen ist Erich Ebert.
Kurt E. Ludwig war der deutsche Synchronsprecher von Chefingenieur Scotty (James Doohan) in der US-Fernsehserie Raumschiff Enterprise. Weitere bekannte Figuren, denen Ludwig seine Stimme lieh, waren fünf Jahre vor dem Seewolf der Pirat Tom Morgan (Roger Lumont) in Die Schatzinsel und der „schreckliche Sven“ in der Zeichentrickserie Wickie und die starken Männer.
Bei der bekannten Szene, in der Raimund Harmstorf mit der bloßen Hand eine angeblich rohe Kartoffel zerquetscht, handelt es sich übrigens um einen Trick: Die Kartoffel war leicht vorgekocht.
In den 1970er Jahren war er zwar in mehreren internationalen Abenteuerfilmen zu sehen und drehte mit Stars wie Franco Nero und Charlton Heston

Briefmarke Strogoff
Briefmarke Michel Strogoff - Jules Verne


1976 feierte er dann einen zweiten Fernseherfolg in Deutschland, als er in dem gleichnamigen Abenteuervierteiler als Michael Strogoff auftrat, der nach dem Buch von Jules Verne entstand.

1978 spielte er in dem Film Sie nannten ihn Mücke als Widersacher von Mücke (gespielt von Bud Spencer) einen unbeliebten Football-Trainer der in Italien stationierten US-Army.
Harmstorf war regelmäßig als Theaterschauspieler zu sehen und trat mehrfach in Karl-May-Bühneninszenierungen auf:
1976: Winnetou I, als Santer 
1979: Old Firehand, als Titelheld 
In seinen letzten Lebensjahren litt der Schauspieler an der Parkinson-Krankheit und ließ sich in einer psychiatrischen Klinik behandeln. Am 2. Mai 1998 berichtete die Bild-Zeitung unter der Schlagzeile „Seewolf Raimund Harmstorf in der Psychiatrie“ über die Krankheit des Schauspielers. In der darauffolgenden Nacht nahm er sich auf seinem Bauernhof in Selbensberg das Leben. Ein Medienskandal folgte.
Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Bad Oldesloe.

 

Heinrich der Stolze