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Der glücklose Ministerpräsidentenkandidat Ottfried Hennig

 

 

 

 

Ottfried Hennig führte einige Jahre die CDU Schleswig-Holstein an. Er  (* 1. März 1937 in Königsberg/Ostpreußen; † 19. Oktober 1999 in Bonn) begann 1963 in der Bundesgeschäftsstelle der CDU, damals noch in Bonn. Zuletzt war er dort Leiter des Referats für Rundfunk und Fernsehen. Von 1967 bis 1971 folgte eine Tätigkeit als persönlicher Referent des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Rainer Barzel. 

Von 1972 bis 1973 war er Bundesgeschäftsführer der CDU.
Er suchte sich den Schwerpunkt Verteidigung, innerdeutsche Beziehungen und Vertriebenen-Politik Ostpreußen und promovierte 1976 mit der Arbeit Die Bundespräsenz in West-Berlin - Entwicklung und Rechtscharakter zum Dr. jur. an der Universität zu Köln. 
So war er von 1982 bis 1991 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen in der Regierung Helmut Kohls. Nach der Bundestagswahl 1990 wechselte er am 24. Januar 1991 in gleicher Funktion zum Bundesminister der Verteidigung. Nach einer umstrittenen Waffenlieferung, insbesondere von Panzern an die Türkei, übernahm der Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg die Verantwortung und trat zurück, und auch Hennig schied am 1. April 1992 aus der Regierung aus. 

Ottfried Hennig
Ottfried Hennig KAS-Hennig,_Ottfried-Bild-7803-1  By CDU [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Von 1976 bis zu seiner Mandatsniederlegung am 31. Mai 1992 war Hennig Mitglied des Deutschen Bundestages. 
Bei der Bundestagswahl 1990 zog er über die Landesliste Schleswig-Holstein der CDU in den Bundestag ein.
Von April 1989 bis März 1997 wurde er zum Landesvorsitzenden der CDU in Schleswig-Holstein gewählt. Bei den Landtagswahlen 1992 und 1996 war er sogar Spitzenkandidat der CDU für das Amt des Ministerpräsidenten. Er forderte die jeweiligen Amtsinhaber heraus, konnte sich aber gegen  Björn Engholm und Heide Simonis (beide SPD) nicht durchsetzen. Bis zur Niederlegung seines Mandates am 5. Mai 1997 war er Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein als Vorsitzender der CDU-Fraktion und Oppositionsführer.
Sein Nachfolger als Landesvorsitzender der CDU Schleswig-Holstein wurde Peter Kurt Würzbach. (CDU Segeberg).

Ottfried Hennig war verheiratet, hatte ein Kind und verstarb in Bonn im Alter von 62 Jahren nach einem Krebsleiden.

Herder