Konrad Adenauer - Eine Volkspartei der Mitte entsteht

Konrad Hermann Joseph Adenauer (* 5. Januar 1876 in Köln; † 19. April 1967 in Rhöndorf; eigentlich Conrad Hermann Joseph Adenauer) studierte Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft in Freiburg, München und Bonn. Der Jurist arbeitete u.a. als Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft und von 1904 bis 1906 in einer Anwaltskanzlei. 1906 wurde er Beigeordneter, 1912 Erster Beigeordneter und schließlich 1917 Oberbürgermeister von Köln. Bis 1933 gehörte er dem Reichsvorstand des Zentrums an. 

Nach der Machtergreifung wurde er von den Nationalsozialisten aus allen Ämtern entlassen und mit einem Verbot jeder politischen Tätigkeit belegt. Nach dem 20. Juli 1944 wurde er verhaftet und zeitweise im Gestapo-Gefängnis Brauweiler bei Köln festgehalten. 


Unmittelbar nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen am 6. März 1945 setzten in Köln konkrete Planungen für eine neue „christlich-demokratische Partei“ ein. Die nach dem 17. Juni 1945 erarbeiteten „Kölner Leitsätze“ bildeten die Grundlage für die Programme der neuen Partei in Rheinland und Westfalen vom September 1945.
Im Juli 1945 kommt es in Berlin zur Gründung der CDU unter anderem durch deren später Ersten Vorsitzenden Andreas Hermes und dem späteren Ehrenvorsitzenden Jakob Kaiser
Die CDU organisierte sich zwischen 1945 und 1949 in den deutschen Ländern und Besatzungszonen unterschiedlich schnell. Ein erster übergreifender Zusammenschluss erfolgte im gemeinsamen Zonenausschuss der acht Landesverbände der CDU der britischen Zone, der sich am 22. Januar 1946 im ostwestfälischen Herford konstituierte. Zum Vorsitzenden des Zonenausschusses wurde Konrad Adenauer gewählt. In der französischen und amerikanischen Besatzungszone wurde ein Zusammenschluss untersagt. 1947 bildete die CDU deswegen eine Arbeitsgemeinschaft, um die innere Geschlossenheit der Partei trotz der unterschiedlichen Fortschritte zu wahren.

Ein erstes stark antimaterialistisch geprägtes Neheim-Hüstener Programm von 1946 für die britische Zone wurde in weiten Teilen von Konrad Adenauer formuliert. Das Ahlener Programm aus dem Jahr 1947 wurde maßgeblich von der CDU in den britischen Besatzungszonen geprägt und sah im Sinne eines „christlichen Sozialismus“ vor, sich von einer kapitalistischen Sozial- und Wirtschaftsordnung abzuwenden.

1946 bis 51 ist Konrad Adenauer Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland und 1946 bis 1950 der CDU der britischen Zone.
Am 8. Mai 1949 verabschiedete der Parlamentarische Rat unter dem Vorsitz von Konrad Adenauer das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, eine verfassungs- und staatsrechtliche Basis für die Gründung der Bundesrepublik Deutschland (Westdeutschland).


Konrad Adenauer war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und von 1951 bis 1955 zugleich erster Bundesminister des Auswärtigen.
Die „Düsseldorfer Leitsätze“ von 1949 befürworteten im Gegensatz zum "Christlichen Sozialismus" die kapitalistische Wirtschaftsordnung im Sinne einer sozialen Marktwirtschaft, die vom ersten Bundeskanzler Konrad Adenauer sowie dem Bundesminister für Wirtschaft Ludwig Erhard in die Praxis umgesetzt wurde. 1953 manifestierte die Partei diese Ausrichtung im „Hamburger Programm“. 

1. Reihe: Dr. Hermann Schäfer, Jakob Kaiser, Anton Storch, Bundespräsident Prof. Dr. Theodor Heuss, Konrad Adenauer, Dr. Gerhard Schröder, Waldemar Kraft
2. Reihe: Heinrich Lübke, Heinrich Peter Hellwege, Dr. Victor Emanuel Preusker, Ludwig Erhard, Dr. 
Theodor Steltzer (1885 in Trittau - 1967), der zu den Berliner Mitgründern gehörte war zu der Zeit 1946 - 1947 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein und Rudolf Hieronymus Petersen (* 30. Dezember 1878 in Hamburg; † 10. September 1962 in Wentorf bei Hamburg) baute derzeit von 1945 bis 1946 als Erster Bürgermeister von Hamburg dort die Verwaltung mit dem Alterspräsidenten des Parlamentarischen Rates und späteren Hamburger Ehrenbürger Adolph Schönfelder auf. 
Adenauer, seit 1966 Ehrenvorsitzender der CDU, starb am 19. April 1967 nach kurzer Grippe und drei Herzinfarkten im Alter von 91 Jahren in seinem Haus in Rhöndorf. Am Morgen des 25. April 1967, fand im Plenarsaal des Deutschen Bundestags ein Staatsakt zu Ehren Adenauers statt, daran schloss sich das Staatsbegräbnis an, an dem neben Frankreichs Staatspräsident de Gaulle und US-Präsident Lyndon B. Johnson 12 Regierungschefs sowie Außenminister und Botschafter aus insgesamt 180 Staaten teilnahmen. An Sarg Adenauers hielten hochrangige Offiziere der Bundeswehr, allesamt Ritterkreuzträger, abwechselnd die Ehrenwache. Anschließend überführte die Bundesmarine den Sarg mit dem Schnellboot Kondor in einem Schiffskonvoi auf dem Rhein nach Bad Honnef/Rhöndorf. Dort wurde Adenauer auf dem Waldfriedhof (Rhöndorf) beigesetzt.



 

Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Wir verwenden Google analytics.