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Bargteheide ehrt Johannes Gutenberg

Das Jahr 2000 hat den Vatikan als Heiliges Jahr ausrufen lassen. Und in diesem Milleniums- und Glorienjahr hat der Mann einen runden Geburtstag zu feiern: der vor knapp 600 Jahren die ersten Bibeln druckte

Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg (* um 1400 in Mainz; † 3. Februar 1468 ebenda). Er giltt als Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern (Mobilletterndruck) und der Druckerpresse.
Die Verwendung von beweglichen Lettern ab 1450 revolutionierte die herkömmlichen Methoden der Buchproduktion und löste in Europa eine Medienrevolution aus. Gutenbergs Buchdruck breitete sich schnell in Europa und später in der ganzen Welt aus (siehe Ausbreitung des Buchdrucks) und wird als ein Schlüsselelement der Renaissance betrachtet. Insbesondere sein Hauptwerk, die Gutenberg-Bibel, zwischen 1452 und 1454 entstanden, wird allgemein für ihre hohe ästhetische und technische Qualität gerühmt.

Briefmarke Gutenberg

Posthum gedenkt man seiner: 1997 wurde Gutenbergs Buchdruck vom US-Magazin Time-Life zur bedeutendsten Erfindung des zweiten Jahrtausends gewählt, und 1999 kürte das amerikanische A&E Network den Mainzer zum „Mann des Jahrtausends“, weil ohne ihn, so heißt es in der Begründung, Kolumbus nicht den Seeweg nach Amerika
gefunden hätte, Shakespeare keine Verbreitung gefunden hätte und Martin Luthers Thesen ohne Wirksamkeit geblieben wären.
Die Entwicklungen Gutenbergs leiteten eine dritte Medienrevolution (nach Ausbildung der Sprache und Erfindung komplexer Schriftsysteme) ein. Durch das Verfahren mit beweglichen Lettern konnte schneller, billiger und in größeren Mengen gedruckt werden als zuvor. Druckerzeugnisse gehörten bald zum Alltag und lösten die Handschriften ab. Der Humanismus und die Reformation wurden durch den Buchdruck nicht unwesentlich beeinflusst, er ermöglichte deren weitläufigere Verbreitung. Das System trug zur Alphabetisierung bei, indem es Texte und somit auch Bildung wesentlich mehr Menschen als zuvor zugänglich machte. Für verschiedene Medienwissenschaftler leitet deswegen die Erfindung aus der Gutenberg-Druckerei einen neuen Zeitabschnitt der Medienentwicklung ein.
Bargteheide verlieh ihrer Grundschule den Namen Johann-Gutenbergschule auch deshalb:
"Ein weiterer wichtiger Grund ist aber die Bezahlbarkeit des Buches. Früher nur wohlhabender Kaufleute und Adeligen vorbehalten ist das Buch heute für jedermann erschwinglich. Wie traurig ist es doch, wenn man heute lesen muss, dass nur in wenige Familien überhaupt vorgelesen wird, es
manchmal gar keine Bücher gibt. Die Wertschätzung des Buches ist in unserer heutigen reizüberfluteten Gesellschaft ins Hintertreffen gelangt."


 

Georg Friedrich Händel