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Johann Adolph Hasse - Ein Held des Jahrhunderts


Johann Adolph Hasse (italianisiert Giovanni Adolfo; getauft 25. März 1699 in Bergedorf; † 16. Dezember 1783 in Venedig), der Sohn eines Lehrers und Organisten begann zunächst 1714 ein Gesangsstudium in Hamburg. Hasse war von gewinnendem Wesen und wurde durch seine Musik, seine schöne Tenorstimme und sein angenehmes Äußeres, aber auch durch sein Cembalospiel, rasch berühmt. Der Dichter Johann Ulrich von König wurde auf ihn aufmerksam wurde und empfahl ihn 1718 als Tenor an die Oper am Gänsemarkt.  Schon 1721 wurde in Braunschweig seine erste Oper aufgeführt. Um seine musikalische Technik zu vervollkommnen, ging er nach Italien und studierte bei Nicola Porpora, dann bei Alessandro Scarlatti in Neapel. 1727 wurde er Kapellmeister in Venedig und komponierte dort zahlreiche Opern im neapolitanischen Stil, den er auch später beibehielt.

Johann Adolp Hasse Bergedorf
Johann Adolp Hasse Bergedorf

1729 heiratete er Faustina Bordoni, eine der besten Sängerinnen des 18. Jahrhunderts, zwei Jahre später zog er mit ihr an den Dresdner Hof, wo seit 1697 der katholische Glaube herrschte und wurde von Kurfürst August III. zum Hofkapellmeister und Direktor der Oper ernannt. Er schrieb nun zahlreiche Werke für die katholische Hofkapelle, Messen, Offertorien, Requiems, Psalmen, Hymnen usw.
Neben seiner Kirchenmusik schrieb Hasse über sechzig Opern, die ihn in ganz Europa ungemein populär machten, bis hin nach Spanien und Russland. 1733 brachte man ihn nach London, wo er die Vorherrschaft Händels auf dem Gebiet der italienischen Oper einschränken sollte. Seine Oper Artaserse wurde denn auch ein Erfolg, aber trotzdem entschloss sich Hasse zur Rückkehr nach Dresden.
Im Siebenjährigen Krieg, der 1756 in Sachsen begann, verlor Hasse bei der Belagerung von Dresden 1760 fast seine ganze persönliche Habe, aber auch die Handschriften fast aller seiner Werke, die gerade auf Kosten des Kurfürsten gestochen werden sollten. So sind praktisch seine sämtlichen Kompositionen verloren gegangen. Aus diesem Grunde ist es heute schwer, ein Urteil über diesen Komponisten zu fällen, der zu seiner Zeit in Europa einen einzigartigen Ruhm genoss.  
Er durfte Persönlichkeiten wie Maria Theresia, Friedrich II. von Preußen und Voltaire (der ihn den „Helden des Jahrhunderts“ nannte) zu seinen Bewunderern zählen. 
Ende 1760 wurde Hasse aus den Diensten des Kurfürsten entlassen und begann durch Europa zu reisen, wobei er in Warschau und Wien die Aufführungen neuer Opern überwachte. 1755 zog er sich nach Venedig zurück, wo er am 16. Dezember 1783 auch starb.
Besuchen Sie im Komponistenquartier Hamburg das Hasse-Museum.

Anton Heimreich

 

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