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Er verbesserte die Wallanlagen Jan van Valckenburg

Sein erster Auftrag als eigenverantwortlicher Ingenieur führte ihn nach Lüneburg.

 

 

 

 

Johan (Jan) van Valckenburgh (* um 1575; † 1625 in Voorburg, heute Leidschendam-Voorburg) kam aus der Niederlande. Seine Kunst erlernte er als Ingenieur in den Diensten des niederländischen Prinzen Moritz von Oranien wie vor ihm bereits der Festungsbaumeister Johan van Rijswijck. Das war 1606.
Für die Hanse lieferte er seine erste große Arbeit in Lüneburg ab. Ganz alleine entwarf er und half beim Errichten von insgesamt 10 bedeutenden Festungen unter anderem auch für die Hansestädte Lübeck und Hamburg.
Aus Angst, die damaligen Konflikte um die Hegemonie und der Religionskrieg im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Europa könnten blutig werden verstärkten die großen Städte ihren Schutz. Im Dreißigjährigen Krieg entluden sich nach dem Prager Fenstersturz 1618 auf europäischer Ebene dann auch der habsburgisch-französische Gegensatz und auf Reichsebene derjenige zwischen Kaiser und Katholischer Liga einerseits und Protestantischer Union andererseits. Gemeinsam mit ihren jeweiligen Verbündeten im Reich trugen die habsburgischen Mächte Österreich und Spanien ihre dynastischen Interessenkonflikte mit Frankreich, den Niederlanden, Dänemark und Schweden aus. Infolgedessen verbanden sich eine Reihe weiterer Konflikte: der Achtzigjährige Krieg (1568–1648) zwischen den Niederlanden und Spanien, der Französisch-Spanische Krieg (1635–1659) und der Torstenssonkrieg (1643–1645) zwischen Schweden und Dänemark.
Die Lübecker Bastionärbefestigung (ab 1613) ist besonders schön zu sehen im Holstentormuseum, Ursprung der Lübecker Wallanlagen mit dem Stadtgraben.
Die Hamburger Wallanlagen entstanden ab 1616, sie erstreckten sich bis zum späteren Sandtorhafen vor allem ist der spätere Park Planten un Blomen daraus geworden. Die Bremer Wallanlagen, die Rostocker Stadtbefestigung 1624 und der Emder Wall sind ihm zuzuschreiben.
Zeitweilig koordinierte die Hanse ihren jeweiligen Festungsbau durch den von ihnen gemeinsam beauftragten Militärbefehlshaber Oberst Friedrich Graf zu Solms-Rödelheim.
Johan van Valckenburgh arbeitete nicht nur in Norddeutschland, so war er unter anderem auch für den Um- und Ausbau der mittelalterlichen Ulmer Stadtbefestigungen zu einer frühneuzeitlichen Bastionärsbefestigung (1617–1619) verantwortlich. Der Achtzigjährige Krieg war hier der Anlass.
So fiel der Holländer dann auch 1625 in Voorburg bei Den Haag im Kampf gegen die Spanier. Das war in den Jahren, wo es den Niederländern unter Piet Pieterszoon Heyn gelang, die gesamte spanische Silberflotte zu erbeuten.
Heute erinnert in Hamburgs Planten un Blomen in den Hamburger Wallanlagen die Johan-van-Valckenburgh-Brücke an ihn. Im Ortsteil Huckelriede der Bremer Neustadt findet man die Johan-van-Valckenburgh-Straße und in Ulm, in einer Namensversion ohne h, die Valckenburgschule.
Details zu der für Hamburg bedeutenden Zeit erfährt man am besten im Hamburg-Museum.

Vicelin