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Helmut Lemke - CDU-Ur-Gestein

Helmut Lemke genannt von Soltenitz (* 29. September 1907 in Kiel; † 15. April 1990 in Lübeck) war ein deutscher Politiker (NSDAP und CDU).

Er war von 1954 bis 1955 Kultusminister, von 1955 bis 1963 Innenminister und von 1963 bis 1971 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein. Von 1971 bis 1983 war er Präsident des Landtages von Schleswig-Holstein.
Nach dem Abitur 1925 an der Kieler Gelehrtenschule studierte Lemke Rechts- und Staatswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 1929 promovierte er zum Dr. iur. Im Zweiten Weltkrieg war er Offizier der Kriegsmarine (letzter Dienstgrad: Oberleutnant zur See). Nach dem Krieg begann Lemke seine Tätigkeit als Rechtsanwalt und Notar.
Lemke war verheiratet und hatte vier Kinder. Sein Sohn Volker Lemke war Landtagsabgeordneter in Schleswig-Holstein. 

Landtagswahlplakate Schleswig-Holstein (10-012)
Landtagswahlplakate Schleswig-Holstein (10-012) KAS/ACDP 10-012 : 104 CC-BY-SA 3.0 DE

Sein Werdegang ist recht umstritten: Er war Mitglied der NSDAP und wurde in der Zeit des Nationalsozialismus Bürgermeister von Eckernförde. Auf seine Anordnung wurden zahlreiche Sozialdemokraten und Kommunisten in Eckernförde verhaftet. Zwei von ihnen, Hermann Ivers (KPD-Ortsvorsitzender) und Heinrich Otto, wurden später von den Nationalsozialisten umgebracht. Lemke bekleidete später von 1937 bis Mai 1945 das Amt des Bürgermeisters von Schleswig.
In der Nachkriegszeit wurde Lemke Mitglied der CDU. Seit 1950 gehörte er dem Landesvorstand an. 1951 bis 1954 war er Senator in Lübeck und stellvertretender Bürgermeister. Von 1964 bis 1971 war er Landesvorsitzender der CDU in Schleswig-Holstein. Von 1963 bis 1971 war er außerdem Mitglied im CDU-Bundesvorstand. Von 1955 bis 1976 war er Kreisvorsitzender der CDU im Kreis Segeberg. Lemke war von 1955 bis 1983 Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein. Am 13. Oktober 1954 wurde er als Kultusminister in die von Ministerpräsident Kai-Uwe von Hassel geleitete Landesregierung berufen. Am 25. Oktober 1955 übernahm er dann die Leitung des Innenministeriums.
Nachdem Kai-Uwe von Hassel im Januar 1963 als Nachfolger von Franz Josef Strauß Bundesminister der Verteidigung geworden war, wurde Lemke am 7. Januar 1963 als sein Nachfolger in das Amt des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein gewählt.
Nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 1971 trat er am 24. Mai 1971 von seinem Amt als Ministerpräsident zurück und war bis zum 12. April 1983 Präsident des Landtages.
Von 1963 bis 1980 war Helmut Lemke Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW).

 

Wilhelm Lesser