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Helmold von Bosau und seine Slawenchronik

Helmold von Bosau (* um 1120 im Raum Goslar; † nach 1177 in Bosau, Holstein) war Chronist und Geistlicher.

Helmold trat um 1134 in das zu Missionszwecken gegründete Kloster Segeberg ein, dessen Konvent 1137 nach einem Angriff Pribislaws nach Neumünster zurückverlegt wurde. Seine weitere Ausbildung erhielt er, vermutlich zwischen 1139 und 1142, in Braunschweig durch den späteren Bischof Gerold, Leiter der Stiftsschule St. Blasius. Nach seiner Rückkehr nach Neumünster wurde Helmold 1150 zum Diakon geweiht. Seit etwa 1156 war er Pfarrer in Bosau, dem Missionsstützpunkt Vizelins und Gerolds.
Helmold schrieb, wohl auf Anregung des Bischofs Gerold von Oldenburg, wahrscheinlich um 1167 eine Chronik in lateinischer Sprache, die Chronica Slavorum (Slawenchronik). Das Werk beschreibt die Ostsiedlung und die Missionierung der Slawen ab Karl dem Großen. Es befasst sich vorrangig mit der Herrschaftsbildung, Siedlung und Mission in Ostholstein, Mecklenburg, Brandenburg, Pommern und Skandinavien. 

slawischer Ringwaöö
slawischer Ringwall Pöppendorf


Als Quellen verwendete Helmold vor allem Adam von Bremen, die Viten Willehads und Ansgars, ergänzt um mündliche Überlieferung und eigene Erfahrung. Helmolds Slawenchronik gilt als bedeutendste Schriftquelle Niederdeutschlands des 12. Jahrhunderts. Der Abt des Lübecker Johannisklosters, Arnold von Lübeck, führte die Chronik nach seinem Tod bis etwa 1209 fort. Die älteste erhaltene Abschrift von circa Anfang 15. Jhdrt., die sich heute in Kopenhagen befindet, umfasst beide Teile.

 

Tycho Brahe