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Franz Ludwig Catel - der Meister der Italienbilder

Franz Ludwig Catel (* 22. Februar 1778 in Berlin ; † 19. Dezember 1856 in Rom) war ein deutscher Holzbildhauer und Maler.

Er war ursprünglich Holzbildhauer und widmete sich erst später der Malerei. Er illustrierte erfolgreich Bücher, darunter nach persönlicher Bekanntschaft mit Goethe auf der Reise nach Paris 1797 dessen Hermann und Dorothea. Am 23. November 1806 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Berliner Akademie gewählt. Ab dieser Zeit malte er in Öl. Seine Reisen, auf denen sein Bruder Ludwig Friedrich Catel ihn begleitete, führten ihn 1811 nach Paris, wo Franz Ludwig Catel sich eine Zeit lang aufhielt und sich die französische Technik erwarb, und in die Schweiz.

Catel Am Golf von Neapel
Am Golf von Neapel - Catel 1831 Germanisches Nationalmuseum

Die Großartigkeit der Alpennatur beeindruckte ihn dermaßen, dass er sich der Landschaftsmalerei widmete und sich 1811 in Rom niederließ. Dort stieß er zum Künstlerkreis um Joseph Anton Koch, der zentralen Figur unter den deutschen Malern in Rom.

Durch seine Kunst gelangte er zu beträchtlichem Wohlstand, so dass er allein aus seinem Privatvermögen eine Stiftung für junge Künstler in Rom ins Leben rufen konnte, die als Pio Istituto Catel bis heute besteht und die auch Alleinerbe des kinderlosen Ehepaars wurde. Auf seiner längeren Reise nach Deutschland 1840, 1841 erhielt er den Titel eines Professor.

Franz Ludwig Catel ist in der Landschaftsmalerei der Gruppe der Stilisten um Joseph Anton Koch zuzuordnen, pflegte aber auch freundschaftlichen Umgang mit Friedrich Overbeck und den Nazarenern, zu denen er künstlerisch Distanz hielt.

Eine Sonderausstellung in der Hamburger Kunsthalle 16. Oktober 2015 bis 31.Januar 2016 ist ihm gewidmet. In der Romantik nennt man ihn den Meister der Italienbilder.

Die Ausstellung trägt mit rund 200 Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und druckgraphischen Werken von über 50 internationalen Leihgebern das auf viele Museums- und Privatsammlungen verstreute Werk des Malers zusammen. Die Präsentation beinhaltet zahlreiche Arbeiten, die erst in jüngerer Zeit wiedergefunden worden sind und der Forschung bislang unbekannt waren.

Hermann Claudius