Folke Bernadotte, das Rote Kreuz und die Vereinten Nationen

Er war von 1943 bis 1948 Vizepräsident und später Präsident des Schwedischen Roten Kreuzes. In dieser Funktion hatte er viel mit Lübeck zu tun.
Folke Bernadotte Graf von Wisborg (* 2. Januar 1895 in Stockholm; † 17. September 1948 in Jerusalem)  Sein Vater Oskar Karl August, ein Sohn des Königs von Schweden und Norwegen Oskar II., war nach dem Austritt aus dem Königshaus noch Prinz von Schweden und Norwegen. Folke wurde Offizier und von 1939 bis 1940 Schwedens Generalkommissar auf der New Yorker Weltausstellung
Sein Onkel väterlicherseits war Präsident des Schwedischen Roten Kreuzes. Am 1. September 1943 wurde Folke Bernadotte Vizepräsident. Da sein Onkel zu diesem Zeitpunkt bereits 82 Jahre alt war, lagen nahezu alle Amtsgeschäfte in den Händen von Folke Bernadotte, der sich sofort um das Schicksal skandinavischer KZ-Häftlinge im umkämpften Europa kümmerte.
So hatte er die Zustimmung des SS-Reichsführers Heinrich Himmlers ausgehandelt, alle skandinavischen Häftlinge aus deutschen Konzentrationslagern evakuieren zu dürfen. Die SS-Führung erhoffte sich durch ihre Zustimmung günstigere Ausgangsbedingungen bei Waffenstillstandsverhandlungen mit den West-Alliierten. Als Sammelpunkt für die skandinavischen Häftlinge wurde das KZ Neuengamme festgelegt. Als erstes wurden erkrankte Häftlinge evakuiert. Am 20. April 1945 konnten über 4.000 skandinavische Häftlinge mit den Weißen Bussen das Lager Neuengamme verlassen und aus Deutschland evakuiert werden.
Mehrfach traf er sich mit Heinrich Himmler geheim in Lübeck. 


Am 23. April 1945 erhielt Bernadotte von Heinrich Himmler das Angebot, dass das Dritte Reich vor den USA und Großbritannien kapituliere, wenn es seinen Krieg gegen die Sowjetunion weiterführen dürfe. Nach eigenen Angaben versicherte er dem Reichsführer SS, dass das Angebot aussichtslos sei; dennoch gab er es an die schwedische Regierung weiter. Die Westmächte gingen nicht darauf ein, Hitler entließ den eigenmächtig handelnden Himmler wenige Tage später. Anfang Mai 1945 setzte sich Himmler mit seinem persönlichen RFSS-Stab, der aus 150 Personen bestand, über die sogenannte Rattenlinie Nord nach Flensburg ab. Zuletzt floh Himmler am 11. Mai 1945 in der Uniform eines Unterscharführers der Geheimen Feldpolizei (GFP), wurde in Lüneburg entdeckt und entzog sich allen Konsequenzen seines fürchterlichen Tuns im Verhörzimmer  in der Uelzener Straße 31a in Lüneburg durch Suizid.
Am 20. Mai 1948 wurde Folke Bernadotte zum ersten Vermittler in der Geschichte der Vereinten Nationen (UNO) gewählt und in Palästina eingesetzt. Dort legte er unter anderem den Grundstein für das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA). Sein Engagement war aber nicht überall beliebt. Sein Plan, die Stadt Jerusalem unter internationale Aufsicht zu stellen sowie das Gebiet Negev an die Araber abzutreten, stieß auf massiven Widerspruch der Israelis.
Seine Vorschläge zur Lösung des Flüchtlingsproblems waren die Basis für die Resolution 194 der UN-Generalversammlung vom 11. Dezember 1948, in der das Recht auf Rückkehr für die Flüchtlinge beider Seiten festgestellt wurde. 
Sein öffentliches Bekenntnis, die palästinensischen Flüchtlinge hätten einen Anspruch, in ihre Heimat zurückkehren zu dürfen wurde später zur Begründung eines Terroranschlages angeführt.
Am 17. September 1948 wurde er zusammen mit dem UN-Beobachter André Serot von vier militanten Führern der jüdischen Terroristen-Gruppe Lechi erschossen. Zur Planung des Anschlags bekannte sich später der israelische Journalist und Kinderbuchautor Baruch Nadel.
Bestattet wurde Folke Bernadotte am 30.11.1948 in Stockholm. 
Die Drahtzieher des Anschlags erhielten wenige Monate später trotz dringenden Tatverdachts eine Generalamnestie von der israelischen Regierung unter David Ben-Gurion.  
In vielen Städten darunter auch  Berlin, Hamburg, Lübeck gibt es mittlerweile eine Bernadotte-Straße.





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