Carl-Maria von Weber - Der Romantiker

Carl Maria Friedrich Ernst von Weber (* 18. oder 19. November 1786 in Eutin, Hochstift Lübeck; † 5. Juni 1826 in London) war ein deutscher Komponist, Dirigent und Pianist.

Carl Maria, ein Cousin von Mozarts Frau Constanze, hatte ersten professionellen Unterricht im Klavierspiel, in Harmonielehre und Tonsatz von Kammermusiker Johann Peter Heuschkel erhalten, der in der Kapelle des Hildburghäuser Herzogs Friedrich als Organist, Pianist und Oboist angestellt war. Weitere Lehrer Webers waren in München Johann Evangelist Wallishauser (Künstlername: Valesi; Gesang) und Johann Nepomuk Kalcher (Komposition) sowie in Salzburg Michael Haydn, der Bruder Joseph Haydns. Maßgeblich für Webers späteren Erfolg als Komponist war aber der Unterricht bei Abbé Georg Joseph Vogler 1803/04 in Wien und später noch einmal in Darmstadt, dort als „Mitschüler“ des jungen Meyer Beer (Giacomo Meyerbeer).

Carl-Maria von Weber
Briefmarke zum 200. Geburtstag Carl-Maria von Weber

Von 1813 bis 1816 war er Operndirektor am Ständetheater in Prag. In dieser Zeit wurde sein Name in den deutschen Staaten besonders durch seine Vertonungen mehrerer Gedichte von Theodor Körner (u. a. Lützows wilde verwegene Jagd) bekannt, was Weber im späteren 19. Jahrhundert den Ruf einbrachte ein „politischer“ Musiker gewesen zu sein.
Ab 1817 wirkte er als Königlicher Kapellmeister und Direktor der deutschen Oper am Dresdner Hoftheater. Dort arbeitete er auch mit Kind zusammen, Johann Friedrich Kind, ein vielseitiger Schriftsteller, der sich im geistigen Leben Dresdens profiliert hatte. Inspiriert durch das Gespensterbuch schuf Weber auf ein Libretto von Kind seine populärste Oper Der Freischütz, deren Schicksalsdrama dem damaligen Zeitgeist mit seinen Neigungen zu übersinnlichen Stoffen entsprach. Der Freischütz wurde am 18. Juni 1821 unter Webers musikalischer Leitung im Berliner Schauspielhaus am Gendarmenmarkt mit aufsehenerregendem Erfolg uraufgeführt.

 

In der Nacht zum 5. Juni 1826 starb er in London nach einer chronisch gewordenen Tuberkuloseerkrankung im Hause seines Gastgebers George Smart. Am 21. Juni 1826 wurde er in einem Bleisarg in einer Gruft der römisch-katholischen Kirche St Mary Moorfields in London unter großer Anteilnahme beigesetzt; prominente Kollegen führten Teile von Mozarts Requiem auf.

18 Jahre später wurde Webers Sarg nach Dresden überführt. Dort wurde Weber auf dem Alten Katholischen Friedhof beigesetzt. Richard Wagner hielt die Grabrede.
Im heutigen Dresdner Stadtteil Hosterwitz bei Pillnitz befindet sich das Carl-Maria-von-Weber-Museum im ehemaligen Sommerhaus des Komponisten.
In Eutin erinnert sein Geburtshaus an ihn.
Ab 1951 fanden in Eutin, in der auch eine (von Prof. Paul Peterich geschaffene) Büste im Weberhain an den Komponisten erinnert, über viele Jahre Freilicht-Festspiele zu seinen Ehren, auch mit Aufführungen seiner Opern, statt. Vereinzelt veranstaltete man auch hier die Eutiner Weber-Tage, die damit an den großen Sohn der Stadt, den Meister der Romantik erinnern.
Der Freischütz wird jetzt auch noch oft wieder bei den Eutiner-Festspielen gezeigt.

 

Siegfried Wedells