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Ansgar und das Erzbistum Hamburg

Ansgar von Bremen (* 801 (umstritten); † 3. Februar 865 in Bremen; auch Anskar oder Anschar) war ein Mönch der Benediktiner, Erzbischof von Hamburg und Bremen und Missionsbischof für Skandinavien.

 

Die römisch-katholische und die orthodoxe Kirche verehren den „Apostel des Nordens“ als Heiligen, auch die evangelische und anglikanische Kirche erinnern an ihn. Viele der Daten über Ansgar, die heute bekannt sind, stammen aus der Biographie Vita sancti Ansgari, die von seinem Nachfolger Rimbert verfasst wurde.

Bischof Ansgar
Statue auf der Trostbrücke


 

826 führte er im Auftrag der Synode von Ingelheim eine Gruppe von Missionaren nach Dänemark. Der in schweren Erbfolgestreit mit den Nachkommen des 810 ermordeten Königs Gudfred verwickelte Dänenkönig Harald Klak hatte sich kurz zuvor mit 400 Anhängern in Mainz taufen lassen, in der Hoffnung, hierdurch bei Kaiser Ludwig dem Frommen Unterstützung für seine Ansprüche in Dänemark zu erhalten.

829 wurde Ansgar vom schwedischen König Björn på Håga eingeladen. In Birka, einem bedeutenden Handelsplatz der Wikingerzeit 27 km westlich von Stockholm entstand die erste Kirche in Skandinavien. 831 wurde Ansgar von Kaiser Ludwig dem Frommen zurückgerufen. 835 Auf einer Synode, die wahrscheinlich in Diedenhofen abgehalten wurde, wurde das Erzbistum Hamburg gegründet und mit der Vollmacht ausgestattet, im Norden weitere Bischöfe einzusetzen und Priester einzuberufen. Ansgar wurde mit der Leitung dieses Erzbistums beauftragt und von Drogo von Metz zum Bischof geweiht.

In der Folge erhielt Ansgar von Papst Gregor IV. den Titel Erzbischof, das Pallium und wird als Päpstlicher Legat für Skandinavien, Dänemark und die Slawen eingesetzt. Damit wurde die Errichtung Hamburgs als Erzbistum von päpstlicher Seite bestätigt.
In die Hammaburg zurückgekehrt, gründete Ansgar mit Hilfe Ludwigs des Frommen eine Schule und ein Kloster und ließ eine dreischiffige, hölzerne Marienkirche errichten.
Die Wikinger plünderten 845 Hammaburg, das sich inzwischen zu einer kleinen Stadt entwickelt hatte, und die Missionsstationen in Schweden wurden vernichtet. Ansgar verlegte seinen Bischofssitz nach Bremen und wurde von Ludwig dem Deutschen zum Bischof von Bremen ernannt. Dort errichtete er Spitäler, kaufte Gefangene frei und setzte sich für die Abschaffung des Sklavenhandels ein.
Von Bremen aus leitete er in den letzten Lebensjahren weiter das Missionswesen der Nordländer, vollendete in Bremen eine Steinkirche und gründete drei Klöster. Er starb nach langer Krankheit.

Reliquien Ansgars, die unter dem Bischof Heinrich Maria Janssen 1982 auf ihre Echtheit geprüft worden waren, wurden bis 2010 im Hildesheimer Dom verehrt. Als Dauerleihgabe wurde die Hildesheimer Ansgarreliquie nunmehr dem St. Marien-Dom (Hamburg) übergeben und befindet sich dort im südlichen Seitenschiff neben dem Sakristeieingang. Unter dem Hauptaltar der katholischen Hamburger Kirche St. Ansgar (Kleiner Michel) befindet sich in einem gläsernen Schrein ein Unterarmreliquiar Ansgars, in dem seit 1865 die Elle Ansgars aufbewahrt wird.
1930 wurde Hamburgs damals jüngste Kirche, „Mutterkirche“ der fünf Kirchen und Gemeinden in Hamburg-Langenhorn, eingeweiht, man gab ihr den Namen Ansgar-Kirche.

Eine Statue auf der Trostbrücke erinnert an ihn.

Jährlich (seit ca. 1964) wird am 3. Februar in Hamburg in der Sankt Petrikirche eine ökumenische Vesper zu Ehren des Hl. Ansgar gefeiert, an der viele Menschen, Ritterorden und die Hamburger Bischöfe (röm.kath, ev-luth. und russ.-orth.) teilnehmen.
 

Borusso v. Blücher