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Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Lübeck

Friedrich aus dem Adelsgeschlecht der Staufer, erblickte um 1122 das Licht der Welt, man vermutet im Kloster Weingarten bei Altdorf. Sein Vater war Friedrich II, der Einäugige, Herzog von Schwaben, Bruder von Konrad, der 1138 als erster Staufer zum römisch-deutschen Kaiser Konrad III. gewählt wurde. Seine Mutter war die Welfin Judith, Tochter Heinrichs des Schwarzen, Herzog von Bayern. Von 1147 bis 1152 nannte man ihn Friedrich III., Herzog von Schwaben, als Friedrich I. Barbarossa von 1152 bis 1190 römisch-deutscher König und von 1155 bis 1190 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.  Den Namen bekam er wegen seines roten Bartes.

Kaiser Friedrich I. Barbarossa

Cappenberger Barbarossakopf, Portraitbüste (Kopfreliquiar) des Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Vergoldete Bronze, um 1160. Stiftskirche St. Johannes Evangelist zu Cappenberg (59379 Selm, NRW, D). Urheberrechtsfrei: Montecappio 11.2.2010 www.wikipedia.org


 

Das Kopfreliquiar zeigt Kaiser Friedrich I. Es zählt zu den bekanntesten erhaltenen Skulpturen aus der Stauferzeit.
Die Verbindung von Staufern und Welfen machten ihn zum Akteur im 100 Jahre dauernden Staufer-Welfen-Konflikt, in dem auch Heinrich der Löwe eine wichtige Rolle spielen sollte. Heinrich und Friedrich waren über Welf IV. einem Sohn Heinrichs des Schwarzen, miteinander verwandt. Welf IV., der Milde Welf, war Markgraf von Tuszien (Toscana) und ein Widersacher des staufischen Königs Konrad III.

Friedrich war oft in Italien. Der erste Zug nach Italien 1154/55 sollte nicht nur dazu dienen, die Kaiserkrone zu erlangen, sondern verfolgte wie die fünf darauf folgenden Züge auch die Absicht, die unumstrittene Herrschaft über Reichsitalien, insbesondere über die lombardischen Städte, zu sichern. Es gab immer wieder Konflikte mit dem Papsttum oder gemeinsam mit dem Papsttum  gegen die Bevölkerung.
Nach erfolgreicher Belagerung und Verwüstung von Mailand sorgte er für die Überführung der Reliquien der Heiligen Drei Könige, die seitdem im dann dafür erbauten Kölner Dom verehrt werden können.
Lange Zeit bevorteilte er den schon königsgleich wirkenden Heinrich dem Löwen, dessen Ehe mit Mathilde, Tochter Heinrichs II. von England er maßgeblich einfädelte.  
Die abgeschlagene Bitte an Heinrich ihn im fünften Italienfeldzug zu unterstützen führte aber maßgeblich zum Bruch, zu Prozessen und zur verhängten Reichsacht gegen diesen. Friedrich verfolgte ihn mit seinen Truppen bis Lübeck. Heinrich floh weiter bis Stade um danach zunächst zu seinem Schwiegervater Heinrich II., König von England, ins Exil zu gehen. Im August 1181 zog der Sieger des Konfliktes unter dem Jubel der Bevölkerung in Lübeck ein. In diesem Zusammenhang soll es am 19. September 1188 auch zum Barbarossaprivileg für Lübeck gekommen sein, dass maßgeblich zum Aufblühen von Lübeck führen sollte. 
 

Im März 1188 soll es beim Mainzer Hoftag zum Beschluss gekommen sein, den Dritten Kreuzzug zu unternehmen. Im Zusammenhang mit diesem Kreuzzug soll Friedrich I. Barbarossa einer Handels- und Marktsiedlung, die zuvor von Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein am westlichen Alsterufer gegründet worden war, weitgehende handels- und stadtrechtliche Privilegien verliehen haben. Dieses Diplom gilt als Gründungsurkunde Hamburgs, jedoch ist die Echtheit auch dieser Urkunde umstritten. 
Kaiser Friedrich Barbarossa ertrank 1190 auf dem Dritten Kreuzzug nahe der Stadt Seleucia im Göksu, der damals Saleph hieß und im mit Friedrich verbündeten armenisch-kilikischen Fürstentum lag. 
Ein sagenumwobenes Ende: Um die kaiserlichen Überreste vor Verwesung zu schützen, trennte man die Gebeine durch Kochen vom Fleisch, das in Antiochia (Syrien) bestattet wurde. Das Skelett sollte nach Jerusalem und dort in der Grabeskirche beigesetzt werden, doch das Heer gelangte nicht mehr in die Nähe dieser Stadt. So begrub man ihn in der Kirche Johannes des Täufers bei der libanesischen Stadt Tyros.
Eine große Trauer herrschte dann angeblich in Deutschland. Die Bevölkerung flüchtete sich schließlich in eine Sage. Demnach sei ihr Kaiser gar nicht gestorben, sondern warte schlafend im thüringischen Kyffhäuser-Gebirge, um eines Tages die Deutschen aus ihrer Not zu befreien oder im Trifels oder dem Untersberg.
Das Kyffhäuserdenkmal (auch Barbarossadenkmal oder Kaiser-Wilhelm-Denkmal) ist ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf der Kuppe des Kyffhäuserberges am östlichen Rand der ehemaligen Reichsburg Kyffhausen. Es liegt in der Gemarkung von Steinthaleben bei Bad Frankenhausen (Thüringen) und wurde 1890 bis 1896 zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. errichtet. Es ist nach dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica das drittgrößte Denkmal Deutschlands.
Die Reichsburg Trifels ist eine Felsenburg im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz) 310 Meter oberhalb der südpfälzischen Kleinstadt Annweiler.
Der Untersberg ist ein etwa 70 km² großes und maximal 1.973 m ü. NN hohes Bergmassiv der Nördlichen Kalkalpen, als markante Landmarke am Alpenrand. Er ist der nördlichste Ausläufer der Berchtesgadener Alpen auf der Grenze der Bundesländer Bayern (Deutschland) und Salzburg (Österreich).
Ihm zu Ehren wurde seine Büste in der Walhalla in Obenstauf bei Regensburg aufgestellt.
Vieles über seine Zeit ist zu sehen im Hamburg Museum.
 

Heinrich von Badewide