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August Friedrich Bloch

August Friedrich Bloch (* 4.11.1780 oder 1781 Teplitz, † 10.5.1866 Berlin. (israelitisch, seit 1816 evangelisch))

Bloch muss Präsident der Seehandlungsgesellschaft gewesen sein. Die preußische Seehandlungsgesellschaft wurde auf Veranlassung von Friedrich dem Großen am 14. Oktober 1772 unter dem Namen „Generaldirektion der Seehandlungs-Sozietät“ in Berlin gegründet.  Der preußische König erwarb 2100 Aktien dieser Gesellschaft und 300 Aktien wurden an Privatpersonen verkauft. Die Seehandlung genannte Gesellschaft erhielt das alleinige Recht des Handels mit Seesalz und das Stapelrecht auf alles Wachs, welches zehn Meilen weit von den Ufern der Weichsel im preußischen Gebiet erzeugt wurde. Es konnte also einiges Vermögen angehäuft werden.
Die Seehandlungsgesellschaft war als Seefahrtsunternehmen auch im Schiffbau tätig und baute zum Beispiel 1776 zwei Werften in Stettin. Sie besaß bis zu 14 eigene Schiffe.
1822 begann die Seehandlungsgesellschaft das erste größere überseeische Unternehmen mit dem Vertrieb schlesischer Textilwaren nach Mittel- und Südamerika . Dieses Geschäft dehnte sie weltweit aus. Zugleich beförderte sie den Schiffsbau, indem sie in Nordamerika Schiffe kaufte, welche den preußischen Reedern als Muster dienten. Sie beteiligte sich auch an vielen anderen Unternehmungen, wie etwa dem Straßenbau in Preußen und förderte den Eisenbahnbau.

Seehandlungsgesellschaft Lübeck
Seehandlungsgesellschaft Lübeck

Bloch nun vermittelte Lübeck die Staatsanleihen, mit denen man zwei für die Zukunft entscheidende Projekte finanzieren konnte: Den Bau der Lübeck-Büchener Eisenbahn sowie die Begradigung und den Aushub des Travefahrwassers.

Am 14. Februar 1845 wurde verfügt, dass sie keine neuen gewerblichen Unternehmungen mehr tätigen soll und den Salzhandel der Steuerverwaltung überlässt. Die Seehandlungsgesellschaft wandelte sich nun zu einer dem Finanzministerium unterstellten Staatsbank. So zog sich die Seehandlungsgesellschaft seit 1845 langsam aus ihren Handelsgeschäften zurück. Erhalten blieb noch lange Zeit der Handel mit Wein , Mehl und Wolle. Am 8. Juni 1850 erhielt August Friedrich Bloch den Ehrenbürger-Brief der Stadt Lübeck. Diesen Ehrenbürger ernannte die Stadt erstmals aus eigenem Antrieb. Der "Preußischen Seehandlung" verschaffte er von neuem das eingebüßte Vertrauen der Öffentlichkeit durch Abstoßung des größten Teiles der industriellen Werke, welche die Liquidität der Seehandlung gehemmt hatten. Diese wurde jetzt ein reines Geld- und Handelsinstitut, wie sie es bis 1945 geblieben ist. 1854 trat Bloch wegen Anfeindungen von seinem Amt zurück.

 

Borusso von Blücher