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Alfred Lichtwark – Gärten waren seine Leidenschaft

Alfred Lichtwark (* 14. November 1852 in Hamburg-Reitbrook; † 13. Januar 1914 in Hamburg) stand seit 1886 der Hamburger Kunsthalle als Direktor vor. In der zeitgenössischen Kunstszene war er eine zentrale Figur. Der Sohn des Müllers Johann Karl Ernst Lichtwark, welcher damals die Reitbrooker Mühle besaß engagierte sich leidenschaftlich für die Kunst. Besonders Gärten taten es ihm an: Er beriet Max Liebermann bei der Anlage seines Villengartens am Wannsee, den Hamburger Oberbürgermeister Max Predöhl bei dessen Garten, vermutlich auch dessen Wohnzimmer im Harvestehuder Weg 20 und Prinz Eugen von Schweden auf Waldemarsudde in Stockholm.  

Heute steht ein „Chateau“ an der Stelle des Hauses Predöhls, das im Zweiten Weltkrieg zerbombt worden war. Es beherbergte das französische Generalkonsulat, das sich seit wenigen Jahren in der Heimhuder Straße 55 befindet.Lichtwark selbst mietete das kleine „Sunderhöfchen“ in Hittfeld bei Harburg, auch hier widmete er sich der Gestaltung eines Gartens, nämlich seines Nachbarn Leopold von Kalckreuth. Dieser war Porträt-, Genre- und Landschaftsmaler naturalistischer Richtung und ist dem Realismus zuzuordnen. Er gehörte zu den Malern, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und um die Jahrhundertwende die Malerei maßgebend bestimmten. (* 15. Mai 1855 in Düsseldorf; † 1. Dezember 1928 auf diesem Gut Eddelsen, Hittfeld bei Hamburg, heute Teil von Seevetal).

 

 

 

 


Als Imperator der Kunst bespöttelt und gefürchtet, so beschreibt es ein Heft des Hamburger Bezirksamtes Nord, stößt Lichtwark vielen mit seinem pädagogischen Sendungsbewusstsein und einer Vorliebe für die zeitgenössische Kunst vor den Kopf. Kaiser Wilhelm II., von Lichtwark oft als Herr Lehmann bespöttelt erklärte zum Beispiel er würde nur mit einem Revolver bewaffnet die Kunsthalle betreten.
Die Einweihung des Hamburger Stadtparks, dessen Bau Alfred Lichtwark so befördert hat, erlebt er nicht mehr: Am 13. Januar 1914 stirbt er in einem Zustand tiefer Depression über das Versäumte, Unvollendete und Gescheiterte.    

Udo Lindenberg