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Stormarn ist immer einen Ausflug wert 

„Stormarn“ ist auf die alte Bezeichnung eines Gaues, einer späteren Grafschaft, zurückzuführen, deren Einwohner schon im 11. Jahrhundert unter anderem von Adam von Bremen als Stormarii (auch Stormere) bezeichnet wurden.

Der Kreis Stormarn grenzt im Norden an den Kreis Segeberg, im Nordosten an den Kreis Ostholstein und an die kreisfreie Stadt Lübeck, im Osten und Süden an den Kreis Herzogtum Lauenburg und im Westen an die Freie und Hansestadt Hamburg. Stormarn ist einer der sechs nördlichen Randkreise in Schleswig-Holstein, die zusammen mit den acht südlichen Randkreisen in Niedersachsen, den zwei östlichen Randkreisen in Mecklenburg-Vorpommern und der Hansestadt Hamburg die Metropolregion Hamburg bilden.
Die höchste Erhebung Stormarns ist der Kleine Hahnheider Berg mit 100 m ü. NN.
 

Schloss Ahrensburg

Um 810 lässt Kaiser Karl der Große den Limes Saxoniae (auch Sachsenwall genannt) durch Stormarn bauen, Reste einer Ringwallanlage sind heute noch bei der Nütschauer Schanze zu finden.

Hier eine der ältesten Darstellungen Stormarns:

Karte Stormarn

Die Stormarner litten in erster Linie unter den kriegerischen Auseinandersetzungen in Folge der verschiedenen europäischen Allianzen, vornehmlich zwischen Dänemark und dem deutschen Reich gegenüber Schweden und Frankreich als Hauptgegner. So schlug beispielsweise Wallenstein sein Truppenlager 1627 wahrend des Dreissigjährigen Krieges im Schloss Trittau auf, und die kaiserlichen Truppen zogen plündernd durch Stormarn. 

Stormarn

Auch Oldesloe litt unter den häufigen Truppendurchzügen. Bis heute existieren dort noch die in dieser Zeit gegründete Höker-Totengilde und die Bürgerschützengilde.
1867 bis 1873 ist das Schloss Reinbek Sitz der Kreisverwaltung.

Erster Landrat des neuen Kreises wird Wilhelm von Levetzau.
1873 wird Wandsbek Sitz der Kreisverwaltung.
1923 Im Rahmen des Hamburger Aufstandes der KPD wird am 23. Oktober 1923 der Bürgervorsteher Bargteheides festgesetzt und eine „Sowjetrepublik Stormarn“ ausgerufen. Die Republik wird am nächsten Tag von Lübecker Soldaten niedergeschlagen.
1937 verliert Stormarn durch das Groß-Hamburg-Gesetz etwa die Hälfte seiner Einwohner mit 12 Randgemeinden (u. a. Rahlstedt, Billstedt und Lohbrügge) an Hamburg. Die zu Hamburg gehörende Gemeinde Großhansdorf-Schmalenbeck fällt an Stormarn. Der Sitz der Kreisverwaltung bleibt im Stormarnhaus in Hamburg-Wandsbek.
1943 wird die Verwaltung nach Zerstörung der Gebäude der Kreisverwaltung durch Kriegseinwirkungen von Wandsbek nach Bad Oldesloe verlegt.
1949 wird Bad Oldesloe offiziell Sitz der Kreisverwaltung. 

Stormarner Wappen

Das Wappen ist im Siegel des dänischen Königshauses für die Landschaft Stormarn (Grafschaft, Fürstentum) nachgewiesen und gehört zu den ältesten Kreiswappen Deutschlands. Nachweisbar ist der Schwan zum ersten Mal 1446 im Siegel des späteren Konig Johann I. von Dänemark. Im „Land der Sturme“ passte der Schwan aufgrund seiner stürmischen Gemutsart gut zu den „Sturmarii“. Und er ist nie wieder aus dem Wappen des Gebietes Stormarn verschwunden. 
Der Kreis Stormarn wird wirtschaftlich stark durch die beiden Nachbarstädte Hamburg und Lübeck bestimmt, er zählt in weiten Teilen (Süden und Westen) zum „Speckgürtel“ Hamburgs.
Die größte Stadt ist Ahrensburg.
Besonders sehenswert sind die Herrenhäuser. Stormarn bietet sich besonders Tagesausflüglern an, die das Grün erwandern oder mit dem Fahrrad erkunden.

 

Stormarner Meilenstein

13 historische Meilensteine sind im Kreis zu sehen. Die schönen konischen Granitsäulen sind oben mit einer flachen Kegelspitze abgeschlossen und stehen auf einem quadratischen Sockel von gut einem Meter Kantenlänge. Neun der 13 Meilensteine wurden 1840 an der damals neuen Chaussee von Lübeck über Reinfeld, Bad Oldesloe, Elmenhorst, Kayhude, Ochsenzoll (also der nördlichen B75) nach Schnelsen und Altona (L82 und B432) aufgestellt. Je zwei weitere Meilen und Halbmeilensteine wurden 1843 an der Verlängerung von Elmenhorst über Ahrensburg, Meiendorf nach Wandsbek und Hamburg, der heutigen südlichen  B75, errichtet. Die Steine sollen an ein wichtiges Kapitel Stormarnscher Wirtschafts-, Handels- und insbesondere Straßenbaugeschichte erinnern: Stormarn als Verbindung zwischen den Hansestädten Lübeck und Hamburg.  
Die Inschriften der 13 Stormarner Meilen- und Halbmeilensteine erinnern nämlich an die Zeit, als die Entfernungen in unserem Land noch nach Meilen gemessen wurden. Eine Landmeile in Schleswig-Holstein betrug etwa 7.532,48 Meter, sie glich damit der preußischen und der Hamburger Landmeile. Das bekrönte Königsmonogramm "CR VIII", das allen Steinen gemein ist, gilt König Christian VIII. von Dänemark, der gleichzeitig von 1839 bis 1848 Herzog von Schleswig und Holstein war und zur Bauzeit beider Chausseen regierte.

 

Limes Saxoniae