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Die Schifferstadt Lauenburg

Die über 800 Jahre alte Schifferstadt Lauenburg begrüßt Sie.

Hier verwöhnt man Sie mit bunten Fachwerkhäusern, geselligen Schiffsausflügen und Relikten alter Fürstenbauten. Trotz manchmal bedrohlichen Hochwassers in der Elbe erhielt man die malerische Altstadt am Elbufer.

 

Hoch über dem Fluss auf dem Schlossberg thront das alte Lauenburger Schloss – heute Verwaltungsgebäude. Der Turm kann noch bestiegen werden.
Lauenburg/Elbe (plattdeutsch: Loonborg) ist eine Kleinstadt im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein. Die südlichste Stadt Schleswig-Holsteins mit 12.000 Einwohnern liegt etwa 40 km südöstlich von Hamburg an der Elbe.
Drei beliebte Radfernwege gehen hier durch: Elberadweg, Alte Salzstraße und Hamburg-Rügen führen hier entlang. Das Elbufer bietet die Möglichkeit zu ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen.
Im Stadtgebiet zweigt der Elbe-Lübeck-Kanal ab, etwa drei Kilometer westlich (im niedersächsischen Artlenburg) der Elbe-Seitenkanal.
Die Elbe war immer Lebensader der Stadt. Das Elbschifffahrtsmuseum erzählt von der großen Bedeutung der Schifffahrt für Lauenburg. Hier und da in Unter- und Oberstadt entdecken Sie weitere Zeitzeugen aus schifffahrts-technischer Vergangenheit und Gegenwart.
In der Nähe der Altstadt  am Beginn des alten Stecknitz-Kanals befindet sich die Palmschleuse, die älteste erhaltene Kesselschleuse Deutschlands. Sehenswert ist auch die alte Maria-Magdalenen-Kirche, die etwa 1220 gegründet wurde und ein bedeutsames Baudenkmal aus dem 13. Jahrhundert darstellt. 
Der Name Lauenburg leitet sich von dem slawischen Wort Lave für Elbe ab.
Die Stadt soll samt der namensgebenden Lauenburg 1182 von Bernhard von Askanien, dem Vorfahren der Herzöge von Lauenburg, gegründet worden sein. Einigkeit über die Richtigkeit dieser Angabe besteht bisher nicht. Die Stadt bezog sich früher auf ein Dokument aus dem Jahr 1260. 1960 feierte man deshalb den 700. Geburtstag.
Andererseits geht Wichmann von Meding nach seiner neueren Forschung davon aus, dass die Stadt von den Dänen 1209 gegründet wurde. Sie hatten sich unter König Knut VI. der Grafschaften Holstein und Ratzeburg und 1199 der Lauenburg bemächtigt, die zuvor in Hand der Welfen war. Ältere Quellen weisen darauf hin, dass Herzog Albrecht I. nach dem Sieg bei Bornhöved (1227) unterhalb der Burg eine Stadt anlegen wollte.

Im Mittelalter war Lauenburg ein wichtiger Handelspunkt am Stecknitzkanal, der hier von der Elbe abzweigte. Die Alte Salzstraße überquerte die Elbe vier Kilometer westlich unterhalb der Ertheneburg bei Schnakenbek.
1635 wurde die Schifferbrüderschaft gegründet, ursprünglich ein Zusammenschluss von Schiffern und Schiffsbediensteten, die in der Stadt Lauenburg ansässig waren. Sie existiert bis heute und feiert jedes Jahr im Januar das Fest der Schipperhöge mit einem Umzug durch die Stadt.
Am 10. Juni 1666 wurde die heute noch existierende Lauenburger Schützengilde gegründet.
Nach der Konvention von Artlenburg wurde das Herzogtum Lauenburg durch französische Truppen besetzt und von 1810 bis 1813 ins französische Kaiserreich eingegliedert und dem Département des Bouches de l’Elbe zugeschlagen. Im Gefecht um Lauenburg am westlichen Ortsrand von Lauenburg kämpften an drei Tagen im August 1813 alliierte Truppen gegen die aus Hamburg anrückenden napoleonischen Einheiten unter Marschall Davout.

In den Jahren 1934 bis 1940 war Kurt Petersen, Jurist und NSDAP-Mitglied, Bürgermeister von Lauenburg. Während des Zweiten Weltkriegs blieb die Stadt weitgehend von Zerstörungen verschont. Beim Rückzug der Wehrmacht über die Elbe wurde die Lauenburger Elbbrücke 1945 von deutschen Pionieren gesprengt. In den letzten Kriegstagen standen britische Streitkräfte auf der Lauenburg gegenüberliegenden Elbseite. Nach der Zerstörung einiger Gebäude durch Artilleriebeschuss kapitulierte die Stadt. Die britischen Truppen überquerten die Elbe in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945. Danach rückten sie nach Westen gegen die Dynamitfabrik Krümmel und Geesthacht vor, wo Kampfgas gelagert wurde. Nach Norden erreichten sie Lübeck am 2. Mai 1945.
1951 wurde die neue Elbbrücke fertiggestellt. Am 12. März 1953 schoss eine sowjetische MiG-15 an der Elbe in Grenznähe zur DDR ein britisches Militärflugzeug ab.
Seit 1995 gehört Lauenburg jetzt schon zur Metropolregion Hamburg und gehört jetzt zum Hamburger-Verkehrsverbund. Mit einem Tagesticket (HVV-Gesamtbereich) lässt es sich kostengünstig erreichen. Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.
Am 5. Mai 1960 übernahm die Stadt Lauenburg die Patenschaft für den Tender Elbe der Bundesmarine. Mit Indienststellung des neuen Tenders Elbe im Jahre 1992 wurde diese Tradition fortgeführt.
Nicht verpassen sollten Sie eine nostalgische Fahrt mit dem Museumsraddampfer Kaiser- Wilhelm. 
Der Raddampfer Kaiser Wilhelm, gebaut in Dresden 1899/1900 gehört zu den letzten kohlebefeuerten in Deutschland. Unterhalten und betrieben wird er in ehrenamtlicher Arbeit vom Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschiffahrtmuseums e. V.

Der TV-Zweiteiler Die Sturmflut aus dem Jahr 2006, der die Geschichte der Hamburger Sturmflut vom 16. Februar 1962 erzählt, wurde zum Teil in Lauenburg gedreht, u. a. in der Gaststätte und Pension „Zum Anker“ am Hafen, wo sich ein Hafen-Ambiente der 1960er Jahre erhalten hat, das man so in Hamburg nicht mehr findet.

Im Jahr 1968 drehte Wolfdietrich Schnurre in Lauenburg eine Fernsehverfilmung der Novelle Pole Poppenspäler von Theodor Storm u.a. mit Walter Richter, Gerda Gmelin, Bruno Vahl-Berg und Joachim Wolff (Schauspieler).

Für den deutschen Stummfilm Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau wurden in der Altstadt von Lauenburg einige Außenaufnahmen am Elbufer gedreht.

 

Im alten E-Werk an der Palmschleuse wurde 2012 ein Fahrradmuseum eröffnet.
Der größte Sportverein in Lauenburg ist die Lauenburger Sportvereinigung mit den Sportarten Badminton, Fußball, Handball, Schach, Turnen, Tischtennis und Spielmannszug. Die bekannteste, und auch ligatechnisch höchstplatzierte Mannschaft, ist 2015 die 1. Damen im Handball, die unter dem Namen Elbdiven in der Handball Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein spielt.
Die seit 1921 bestehende Ruder-Gesellschaft Lauenburg e. V. konnte in den 1960er Jahren Deutsche-, Europa- und Weltmeister stellen, sowie je eine olympische Gold- und Silbermedaille. Jüngst konnte ein Lauenburger im Schleswig-Holstein-Vierer Deutscher Juniorenmeister werden.

In der Altstadt ist das Künstlerhaus Lauenburg angesiedelt, eine Internationale Stipendiatenstätte des Landes Schleswig-Holstein unter der Schirmherrschaft des Kultusministeriums. In den letzten 26 Jahren konnten ca. 120 Stipendien vergeben werden. Dem Künstlerhaus angeschlossen ist die Stadtgalerie Lauenburg im Hagenström, in der die Werkgaben der Stipendiaten ausgestellt bzw. zu lesen und zu hören sind.
Das höchste Wahrzeichen der Stadt ist das Mühlenmuseum Lauenburger Mühle von 1871/1873, eine Holländer-Galerie-Mühle. Von ihr hat man einen guten Überblick auf die Stadt sowie Mecklenburg und Niedersachsen. Die Herstellung vom Korn zum Mehl wird hier veranschaulicht.


Ehrenbürger
1895 Otto von Bismarck, Reichskanzler


Söhne und Töchter der Stadt
August Pfeiffer (1640–1698), luth. Theologe, Orientalist, Erbauungsschriftsteller und Superintendent der Stadt Lübeck
Ernst Christoph Hochmann von Hochenau (1670−1721), mystischer Pietist
Ernst Henrich Berling (1708–1750), Buchdrucker und Herausgeber
Jürgen Christian Findorff (1720–1792), Moorkolonisator
Johann Dietrich Findorff (1722–1772), Hofmaler und Grafiker der mecklenburgischen Herzöge
Karl Ludwig Harding (1765–1834), Astronom
Eberhard Berenberg (1776–1844), Buchdruckerei-Besitzer
Carl Erxleben (MdR) (1814–1884), Finanzminister Königreich Hannover und Reichstagsabgeordneter
Johannes Diermissen (1823–1893), niederdeutscher Autor und Volkskundler
Franz Mützelfeldt (1866–1938), Gründer der Mützelfeldtwerft
Gustav Burmester, (1904–1995), Architekt
Jürgen Plagemann (* 1936), Welt- und Europameister, Olympia-Zweiter 1964 im Rudern (mit dem „Adam-Achter“)
Edith Breckwoldt (* 1937), Bildhauerin und Tochter des Lauenburger Binnentankschiffgroßreeders Christoph Burmester
Dirk Schreyer (* 1944), Welt- und Europameister, Olympiasieger 1968 im Rudern (mit dem "„Adam-Achter“)
Georgia Langhans (* 1947), Politikerin und Mitglied des Niedersächsischen Landtags
Birgit Küstner (* 1950), Politikerin (SPD) und ehemaliges Mitglied des Landtags Schleswig-Holsteins
Christel Hildebrandt (* 1952), Übersetzerin
Frank Radmacher (* 1953), Bildhauer und Maler
Uwe Bahn (* 1958), Moderator, Fotograf und Autor
Manfred Krafft (* 1963), Betriebswirtschaftler und Hochschullehrer
Norbert Brackmann (* 1954), Politiker (CDU) und Mitglied des Deutschen Bundestages
Sonstige Persönlichkeiten
Christian Friedrich Ludwig Albinus (* 1771 in Bevensen; † 1837 in Lauenburg), Zollbeamter, Justizrat, Mäzen und Philanthrop, gründete eine Spar- und Leihe-Casse im Herzogtum Lauenburg sowie eine Gewerbe- und Realschule.
Wilfried Baasner, (* 1940 in Mohrungen (heute Morąg); † 2006 in Athen), deutscher Schauspieler, verbrachte Kindheit und Jugend in Lauenburg.
Heinrich Burmester (* 1839 in Niendorf a. d. St.; † 1889 in Boizenburg), niederdeutscher Schriftsteller. Lebte in den 1880er Jahren bis zu seinem Freitod in Lauenburg als Filzpantoffelmacher.
Julius Hackethal (* 1921 in Reinholterode; † 1997 in Bernau am Chiemsee) arbeitete von 1965 bis 1974 im Städtischen Krankenhaus Lauenburg.
Fritz Hock (* 1972 in Graz), Holzbildhauer, lebt seit 2011 in Lauenburg.
Naira Khachatryan (* 1972 in Jerewan), armenische Pianistin und Komponistin, lebt seit 2015 in Lauenburg
Markus Matthießen (* 1973 in Hannover), schleswig-holsteinischer Politiker, seit 2009 Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Lauenburg-Süd
Mario Scheuermann (* 1948 in Neustadt an der Weinstraße; † 2015), Journalist und Autor, lebte und arbeitete seit 2011 in Lauenburg.
Alexander Rantzau (* 1960 in Mexico City), Maler und Keramiker, lebt seit 1988 in Lauenburg und betreibt dort die Galerie mex4art.

 

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