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Köthel an der schönen Bille

In die Schlagzeilen kam Köthel in den Jahren um 2012 als eine umstrittene Schweinemastanlage errichtet werden sollte. Bürger, die sich auch in der Bürgerinitiative "Keine Schweinemast in Köthel" zur Wehr setzten behielten letztendlich die Oberhand. Nach langem Tauziehen um kontroverse politische Entscheidungen zog der betroffene Agrarunternehmer seinen Antrag zurück.

 

 

 

 

Köthel (niederdeutsch Keuthel) hat lange zurückliegende Wurzeln.
Es waren zunächst eigenartige Steinsetzungen auf einer an der Straße von Köthel nach Hamfelde gelegenen Koppel, die im Herbst 1938 beim Pflügen auffielen. Hinzugezogene Archäologen gruben daraufhin Teile einer frühgeschichtlichen Siedlung aus der Zeit um 150 v. Chr. aus. Man fand unter anderem einen Tonziegel, der neben Funden aus Hamburg-Horn und Jenfeld zu den ältesten Ziegelsteinen Norddeutschlands gehört.
Was dies aber für eine Ansiedlung war konnte nicht genau datiert werden. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Köthel als „Cotle“ im Jahr 1230 im Ratzeburger Zehntregister. 
Eine urkundliche Erwähnung des Ortes ist in einer Schenkungsurkunde des sächsischen Herzogs Albrecht vom 04. April 1238 zu finden. Das Original dieser Urkunde wird im Geheimarchiv zu Kopenhagen aufbewahrt.
1186 waren es ja Zisterzienser-Mönche aus dem Kloster Loccum, die das Kloster Reinfeld gründeten. Um 1238 wurde ein Zisterzienser-Nonnenkloster nach Köthel angesiedelt. Anders als im Zisterzienserorden üblich unterstand das Kloster nicht dem Abt des benachbarten Zisterzienserkloster Reinfeld, sondern direkt dem Erzbistum Hamburg-Bremen. Das Kloster wurde aber schon 1240 als Kloster Reinbek in die heutige Stadt Reinbek verlegt. Köthel blieb jedoch bis zur Auflösung des Klosters im Zuge der Reformation 1529 im Besitz des Klosters. Bei der anschließenden Aufteilung der Klostergüter wurde Köthel geteilt. Der Ort wird durch den Fluss Bille in einen stormarnschen und einen lauenburgischen Teil geteilt, die seitdem jeweils eigenständige Gemeinden bilden.

Köthel - Am Dorfteich
Köthel - Am Dorfteich


Der südlich der Bille liegende Teil des Ortes kam an den Herzog von Lauenburg, der nördliche zum Amt Reinbek.
1609 wechselte das stormarnische Köthel in das Amt Trittau. Im Dreißigjährigen Krieg war der Ort 1621 Quartier für Friedrich V.
1988 fand in Köthel die 750 Jahrfeier statt, man bezog sich auf die Schenkungsurkunde aus 1238.

 

 

 

 

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