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Tee zubereiten oder im Momentum Teefaszination live erleben

Vielfach sind wir beim Zubereiten des Heißgetränkes Tee ziemlich unwissend.

Beutel in eine Kanne hängen, aufgießen, vielleicht noch Milch und Zucker hinein, einen Augenblick ziehen lassen und schon ist das weit verbreitete Getränk fertig. 

Luxus ist es dann schon losen Tee zuzubereiten.
Der Kenner aber schüttelt den Kopf über so wenig Kultur. Wir sind ehrlich, die meisten Teetrinker zelebrieren ihre Teestunde so. Völlig falsch, sagt der echte Teetrinker. 
Bei der Kaffeezubereitung ist es ähnlich. Wenn einige von uns in Griechenland oder Kroatiens Ferienorten Kaffee bestellen, muss es "Der Deutsche Kaffee" sein, sonst kann ich ja gleich zu Starbucks gehen, jedenfalls ist das Wissen um dieses Getränk auch nicht besonders ausgeprägt. 
So richtig eine Ahnung bekommt man, wenn man ein Teeseminar mitmacht oder in Hamburg in der Speicherstadt das Messmer Momentum besucht. 
Weltanschauliche Botschaften stecken in der Philosophie des Tees. Harmonie mit den Mitmenschen und der Natur, Respekt für den Mitmenschen, Reinheit des Herzens und des Verstandes und Gleichmut. Weisheiten, die schon Jahrhunderte lang Einfluss auf die tägliche  Teezubereitung hatten und von östlichen Philosophen in die Kultur eingebracht wurden. Besonders erwähnen sollte ich, wie wichtig der Tee den Herrschern des bereits damaligen Riesenreiches China war. Ihr Tee durfte nur von Jungfrauen gepflückt werden. Kein anderer Mensch in ihrem Reich durfte diesen Tee unter Androhung der Todesstrafe trinken. 
Zur richtigen Auswahl der Teesorte kommt jetzt also noch die Zubereitung, die Wahl des Wassers (Quellwasser soll am besten sein) und die Wassertemperatur sind Grundvoraussetzungen für eine gute Tasse Tee. 
Meinen folgenden Ausführungen liegen Aussagen aus einem Teeseminar  zugrunde, der Referent war der Teeverkäufer und -verkoster, Tea-Taster Bert Boege aus Jork (www.ziehzeit.de), einiges Geschichtliche lieferte auch der Schriftsteller Otto F. Schleinkofer aus dem Jahre 1924 und der Hamburger Journalist Hans-Joachim Noack.
Teesorten:
Alle Tees, ob schwarz, grün, weiß, gelb, gepresst oder auch Olong-Tee werden aus den Blättern und Blattknospen (buds) einer Teepflanze gepflückt. Tee wird zwar in unterschiedlichen Ländern angebaut (China-, Indien- oder Japan-Tee), aber ihre unterschiedliche Farbe resultiert einzig aus der Weiterverarbeitung. Am Teeblatt ist die spätere Farbe des Tees nicht zu erkennen. Zur Verarbeitung gehört in erster Linie  das Fermentieren, das ist ein Gärprozess zur Bildung von Geschmacksstoffen. Allein das gerade gepflückte und unbehandelte Blatt bringt noch keinen Tee hervor.
Da gibt es den Grünen Tee:
Grüne Tees bezeichnet man auch als unfermentierte Tees. Die grünen Blätter lässt man trocknen.  Die Gärung wird dann gestoppt, indem man die Blätter mit Heißluft behandelt. Traditionell werden die Blätter auf Bambussieben zum Trocknen ausgelegt und der Sonne ausgesetzt oder in Pfannen unter ständigem Schütteln geröstet. Einige grüne Tees werden auch gedämpft. Nach vier bis fünf Minuten rollt man die aufgeweichten Blätter zu Kugeln. Die Teekugeln legt man danach in eine heiße Pfanne und bewegt sie schnell, ehe man sie ein zweites Mal rollt und trocknen lässt. Die Blätter bekommen ein dumpfes Grün. Die Verarbeitungsmethoden sind in den wichtigen Teeländern unterschiedlich, aber der Gedanke, der dahinter steckt ist immer der gleiche.
Beim Schwarzen Tee ist die Anbauregion ausschlaggebend. Die Verarbeitungsmethoden unterscheiden sich dadurch beträchtlich. Die Blätter frisch gepflückt, machen vier einheitliche Phasen durch: Welken, Rollen, Fermentieren und Trocknen. Die Blätter werden zum Welken auf 25 bis 30 Meter langen Welktrögen ausgelegt, die mit riesigen Ventilatoren belüftet werden. Feinere Sorten legt man in den Schatten. Sind die Blätter schlaff, werden sie gerollt, ohne die Oberfläche des Blattes aufzubrechen. Danach werden die welken Blätter stärker gerollt, um die Zellen aufzubrechen und die chemischen Substanzen freizusetzen, welche die Farbe sowie das Aroma bestimmen. In der Regel geschieht das per Hand oder in moderneren Betrieben mit Maschinen. Die gerollten Klumpen Tee werden danach aufgebrochen und in kühler, feuchter Atmosphäre ein bis drei Stunden lang in großen Wannen oder auf Tischen in einer 10 cm hohen Schicht ausgebreitet, um Sauerstoff aufzunehmen. Nun oxidieren die Blattzellen und wandeln sich von grün zu kupferrot. Verschiedene chemische Reaktionen erhitzen das Blatt und die richtige Kunst ist es sodann, die Fermentation zum richtigen Zeitpunkt abzubrechen. Schließlich trocknet man die Teeblätter, womit der Oxidationsprozess abgebrochen ist.
Die Teeblätter haben nun eine schwarze Farbe angenommen und man nimmt nun zum ersten Mal einen typischen Teegeruch wahr. Für Teebeutel gibt es die CTC Methode, die Blätter werden zu kleinen Partikeln zermalmt. CTC kommt von crushing, tearing, curling = zermalmen, zerreißen, rollen
Die Sitte des gepressten Tees stammt aus der chinesischen Tang-Dynastie und wird immer noch so gehandhabt. Die grünen Blätter werden gedämpft und in Kugeln oder Ziegeln gepresst. Die modernen Tee-Ziegel bestehen aus Tee-Staub, die dann hydraulisch in 2 Pfund schwere Ziegel gepresst werden.
Und immer beliebter wird aromatisierter Tee getrunken. Diese Tees werden aus grünen und schwarzen Orlong-Tees hergestellt. Die Zusätze wie beispielsweise Jasmin werden kurz vor der Verpackung hinzugefügt.
Temperatur:
Gießt man heißes Wasser über die Blätter, darf es nicht kochen. So wie man viele Lebensmittel viel zu heiß kocht, brät oder backt, darf auch der Tee nicht gequält werden. Probieren Sie es, der unterschiedliche Geschmack wird überraschen.





Wie lange sollte ein Tee ziehen?
Grüner Tee aus China zwei bis drei Minuten, grüner Tee aus Japan ein bis zwei Minuten. Bei diesen Tees ist wichtig, das auch Mehrfachaufgüsse möglich sind, der Tee bekommt dadurch erst das reiche Aroma, das ihn von anderen Teesorten so grundlegend unterscheidet.
Gelber Tee ebenfalls zwei bis drei Minuten.
Oolong-Tee zieht unterschiedlich lange. Es hängt vom Fermentierungsgrad ab Es reicht von 45 Sekunden bis zwei bis drei Minuten. Hier sind Mehrfachaufgüsse sogar gewünscht. 
Pu-Erh-Tee: Fünf bis zehn Sekunden waschen, Blätter eine Minute atmen lassen. Erstaufguss zehn bis fünfzehn Sekunden, danach länger. Dieser Tee kann auch mehrfach aufgegossen werden.
Schwarzer Tee: Drei Minuten.
Unser Tipp: Trinken Sie ganz normalen grünen Tee, denn der hat so gut wie keine Kalorien. Allerdings Milch und Zucker sollten Sie nicht hinzufügen, beides verdirbt das feine Aroma dieser Sorte, und von Kalorienarmut kann auch nicht mehr die Rede sein. Bei schwarzem Tee ist es erlaubt, ein Ostfriese wäre keiner mehr, wollte man ihm Klüntjes und Sahne im Tee verbieten. 
Genießen wir also die Freiheit der Teeherstellung: kurz oder lang ziehen lassen, aromatisieren, mit kaltem oder heißen Wasser aufbrühen, Tee-Beutel oder lose Blätter, Grün- oder Schwarzer Tee, jeder hat die freie Auswahl.

Meßmer Momentum Hamburg
Meßmer Momentum Hamburg

Andere Möglichkeit:
Im Meßmer MOMENTUM, der einzigartigen Tee-Erlebniswelt in der HafenCity entdeckt man die faszinierende Welt des Tees auf über 700 Quadratmetern. Nur hier können Teeliebhaber den Tea-Tastern bei ihrer Arbeit zuschauen und in der Museumsgalerie eine multimediale Entdeckungsreise durch die Welt des Tees unternehmen. Die Teelounge und die Terrasse mit Blick auf den neuen Traditionsschiffhafen verwöhnen den Gast mit kleinen Snacks und einer Auswahl aus über 70 verschiedenen Teekreationen, die im Teeshop auch gleich mit nach Hause genommen werden können.
Am Kaiserkai 10, 20457 Hamburg
Täglich von 11:00 bis 20:00 Uhr, Eintritt frei
U-Bahn-Station: Baumwall
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