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Kaffee trinken einst und jetzt

 

 

 

 

1845 wurden in 259 Schankstuben der Stadt Lübeck Getränke angeboten, meist aber auf niedrigem Niveau.
Die Konditorei Hebich am Markt, schräg gegenüber von Maret, allerdings galt als schicklich. In einem gesonderten Zimmer zeigte der Konditormeister M.E. Hebich Ansichten der Stadt, aus Marzipan modelliert. Da waren damals die Marienkirche, ein Modell des Marktes, das Rathaus, die Börse und die Holstenbrücke zu sehen. Alles auf das Feinste und Liebevollste gestaltet.
Diese Tradition des Ausstellens von Marzipanmodellen gehört bis heute zu den schönen Gepflogenheiten der Traditionsfirma Niederegger. 

Cafe Niederegger

Cafe Niederegger Lübeck Foto: Kl. Niepelt

Aber zurück zum Kaffee, der seinerzeit die große Mode war. In einem Bericht aus dem Jahre 1840 heißt es: "Obgleich die Lübecker ausgezeichnet guten Kaffee trinken, so tut man doch hier und da, schrecklicher Weise, noch etwas Zichorie hinein. Man kommt in einer solchen Kaffeegesellschaft selten unter drei Tassen davon, muß dann aber die Obertasse umstürzen und den Teelöffel mit der Höhlung nach unten balancierend darauf legen, um dann durchaus - jedoch nicht ohne einigen Widerstand - dem Nötigen nachzugeben und die vierte Tasse zu trinken." Schicklich war selbstverständlich auch das 1830 gegründete Kaffeehaus von Johann Georg Niederegger. 100 Jahre später, als Niederegger vorübergehend "Cafe Köpff" hieß (Karl Köpff hatte das Unternehmen 1864 von Karl Georg Barth, dem Schwiegersohn des Firmengründers, übernommen), gehörte ein Besuch im Café fest in das Programm eines Bummels durch die Stadt. Am Vormittag bevorzugten die Damen das Erdgeschoss, die Herren die erste Etage, nachmittags lockerte diese Trennung auf. Die Lübeckischen Anzeigen befanden 1902:"Das Café ist eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges, wie sie selbst nicht Hamburg und Berlin aufzuweisen haben."

 

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