Stolpersteine gegen das Vergessen

Seit 1996 gibt es sie jetzt, die Stolpersteine. Die Idee dazu hatte der Künstler Gunter Demnig (* 27. Oktober 1947 in Berlin). 
Es sollte zunächst eine Aktion werden gegen das Vergessen, zur Erinnerung an Opfer aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Eine Stelle aus dem Talmud wird von ihm gerne zitiert: "Eine Person ist erst dann vergessen, wenn man sich nicht mehr an ihren Namen erinnert." .
Die Nationalsozialisten wollte bestimmte  Menschen vernichten, ganze Völker in den Tod schicken, Menschenleben zu Zahlen machen und selbst die Erinnerung an die Opfer auslöschen. 
1991 verlegte Gunter Demnig eine Farbspur in Köln, um an die Deportationswege der Sinti und Roma zu erinnern. Wenige Jahre später ersetzte er die Farbspur durch Messingschriftzüge. Später berichtet er von einem Gespräch mit einer älteren Frau. Sie würdigte sein Projekt zwar, bezweifelte jedoch, dass „Zigeuner“ in ihrer Nachbarschaft gelebt hätten. Da wurde ihm bewusst, dass viele Geschichten gar nicht mehr im Bewusstsein der heutigen Bevölkerung vorhanden sind. Dies wird so auf seiner Homepage geschrieben.


"Gunter Demnig möchte diesen Prozess umkehren und die Namen zurück in unsere Städte holen – dahin, wo die Menschen einst ihren Lebensmittelpunkt hatten." 
Es geht ihm um das individuelle Gedenken. 
Demnig wusste nun, dass er ein Projekt beginnen wollte, dass zum einen das Gedenken in die Städte und Straßen holt und zum anderen die Orte markiert, an denen die Opfer lebten und die Verbrechen einst begannen. 
Diese STOLPERSTEINE waren zunächst eine rein konzeptuelle Idee. Erst nachdem die ersten Steine auf Zuspruch von Angehörigen der Opfer stießen, beschloss er, dass Projekt auszuweiten und weiterzumachen.
Wie kam es denn nun zu der Bezeichnung Stolpersteine? Dem Künstler nach wird gerne ein Schüler, der ihn traf, zitiert: „Man fällt nicht über die STOLPERSTEINE, du stolperst mit dem Kopf und dem Herzen.

Diese Steine funktionieren auf unterschiedliche Art. Die Homepage des Künstlers beschreiben dies so: Sie bringen die Namen und Lebensgeschichten der Menschen zurück und helfen so vor allem den Angehörigen ihrer Verwandten zu gedenken und Traumata aufzuarbeiten. In den jeweiligen Gemeinden helfen sie die lokale Geschichte aufzuarbeiten und das Gedenken lokal zu verankern. Sie fördern einen öffentlichen Diskurs und integrieren oft die nachwachsende Generation in die Recherche und die Aufarbeitung. Im Idealfall immunisieren sie uns gegen ähnliche Entwicklungen, machen uns sensibel für Menschenrechtsverbrechen und erinnern uns daran, wie wichtig eine offene und tolerante Gesellschaft ist.
Unser Beispiel zeigt den Stolperstein für Carl Harz in Reinfeld und für zwei Rosenthals in Lübeck, Schmiedestraße.

 

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