Ein Wirtschaftszweig mit großer Zukunft - Augenoptiker

"Die Brillenmacher müssen dem Rat ihre Treue geben und schwören, dass sie mit ihrem Handwerk dem Nutzen der Stadt dienen", heißt es im ersten Satz der Verordnung des Rates der Freien Reichsstadt Nürnberg aus dem Jahre 1535, in der erstmals die Aufgaben des Berufes umrissen sind. Damit hat sich dieser Handwerkszweig gleich bei seiner Entstehung vor 450 Jahren dem Gemeinwohl verpflichtet.
Augenoptiker ist mittlerweile aber ein „Monoberuf“ und demnach keiner Berufsgruppe zu-, bei-, über- oder unterzuordnen.

Briefmarke AugenoptikerBriefmarke Augenoptiker

In Deutschland sind 48.900 Beschäftigte in 12.000 augenoptischen Fachgeschäften tätig. Die Branche zählt 6.518 Auszubildende (2013) mit einem signifikant hohen Frauenanteil von 75 %. Der Gesamtumsatz der Branche beziffert sich auf 5,273 Milliarden Euro (2013) und wächst zum Vorjahr um 2,1 %. Zusammengenommen geben die augenoptischen Fachbetriebe in Deutschland jährlich über 11 Millionen Brillengestelle mit Korrektionsgläsern ab und verglasen zusätzlich über 17 Millionen Brillen neu. 
Die Tätigkeiten des Berufes erstrecken sich von der Prüfung der Sehschärfe über die Anfertigung von Brillen aller Art bis hin zur Anpassung von Kontaktlinsen. Berücksichtigt man, dass 90% der Sinneswahrnehmungen über das Auge erfolgen und mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung (über 16 Jahre) Brillenträger sind, zeigt sich der hohe Stellenwert und die große Verantwortung des Augenoptikerberufes.

Augenoptiker Krokowski in Reinfeld Foto: Reinfelder BoteAugenoptiker Krokowski in Reinfeld Foto: Reinfelder Bote


Ein ziemlich großes Unternehmen der Branche ist mittlerweile die Fielmann AG geworden. Die AG ist Unternehmen mit Schwerpunkt Augenoptik für Verbraucher. Mit 600 Niederlassungen in Deutschland (etwa fünf Prozent der Optikfachgeschäfte) erzielte Fielmann 2018 in Deutschland einen Absatzmarktanteil von 53 Prozent und einen Umsatzmarktanteil von 21 Prozent. 
Ursprünglich gründete Günther Fielmann 1972 in Cuxhaven ein Augenoptik-Fachgeschäft und baute das Geschäft kontinuierlich auf. Günther Fielmann (* 17. September 1939 in Stafstedt, Schleswig-Holstein) engagiert sich mit einem Biobetrieb in der Landwirtschaft. Ihm gehören das rund 1600 Hektar große Gut Schierensee, das 470 Hektar große Gut Marutendorf (Demeterbetrieb) in Achterwehr, der 180 Hektar große Hof Möglin in Krummwisch und der Hof Lütjensee. Fielmann vertreibt seine Ökoprodukte unter der Marke Hof Lütjensee. Als Naturschützer engagiert er sich zudem für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). 2002 kaufte Günther Fielmann vom Land Schleswig-Holstein ein sehr schönes Herrenhaus, das Schloss Plön und ließ es aufwändig sanieren. Günther Fielmann erhielt für sein Eintreten für das Gemeinwohl 2000 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, 2016 Das Große Bundesverdienstkreuz und wurde vom Land Schleswig-Holstein im Jahr 2002 zum Ehrenprofessor ernannt.
2016 wurde er Ehrenbürger des Landes Schleswig-Holstein,. für sein Wirken als Umwelt-, Natur- und Denkmalschützer sowie als Stifter und Mäzen. Neben vielen weiteren Anerkennungen ist er auch Ehrenbürger der Gemeinde Lütjensee.
Günther Fielmann besitzt übrigens laut Forbes-Liste 2015 ein Vermögen von 4,4 Milliarden US-Dollar.

 

Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Wir verwenden Google analytics.