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Ein sehr geschichtsträchtiger Ort Stülper Huk an der Trave

Eine Huk ist der norddeutsche Ausdruck für eine kleine, meist erhöhte Halbinsel oder Ecke als Küstenform. Diese Huk liegt genau dort, wo man im Mittelalter die Mündung der Trave in die Ostsee festgelegt hatte. Aus damaliger Sicht endete an dieser Stelle der Lauf der Trave in der Pötenitzer Wiek, daher auch der Name der Ortschaft „Travemünde“.


Die Erhöhung  ist der Hirtenberg.  Aufgrund der Lage muss der Ort schon in der Steinzeit eine große Bedeutung gehabt haben, dies belegen entsprechende archäologische Funde. Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde die Huk um 1147/1149. Heute finden sich noch Wall- und Grabenanlage einer ehemaligen Befestigung hier. Man nimmt an, das dort im Hochmittelalter eine Motte stand, auch Turmhügelburg genannt. In der Nähe von Lütjenburg ist übrigens eine wiederaufgebaut.

Stülper Huk
Stülper Huk an der Travemündung

In alter Zeit verfügte dieser strategisch besonders günstig gelegene Geländeteil nur über einen schmalen Zugang. Man fand bei Ausgrabungen schon im 19. Jahrhundert unter anderem Grabenzüge, Erdbrücken und ein Innenraum von ca. 30–40 m Durchmesser mit einem Steinfundament, das offenbar den Rest eines Turmes darstellt.
In den Chroniken von Helmold von Bosau und Arnold von Lübeck wird die Anlage als Alt-Travemünde bezeichnet.
Schon Graf Adolf II. von Holstein ließ den besonderen Ort nach einem Überfall des slawischen Obotritenfürsten Niklot im Jahre 1147 oder 1149 befestigen. Er beherrschte damit die Travemündung gegen einfallende Slawen und Dänen und zog dort Soldaten in Heeresstärke zusammen.
Um 1158 musste er dann das weiter stromaufwärts gelegene Lübeck an Herzog Heinrich den Löwen abtreten. Anscheinend übernahm der Herzog von Sachsen und Bayern, der zeitweilig neben dem Kaiser der zweitmächtigste Herrscher im Reich war, auch die Burg am Stülper Huk.

Von 1181 berichtet der Chronist Arnold von Lübeck, dass die Obotriten als Verbündete Kaiser Barbarossas gegen Heinrich den Löwen die Burg beim Stülper Huk während der Belagerung Lübecks niederbrannten. Heinrich der Löwe hatte mit Barbarossa gestritten, verweigerte ihm Unterstützung an dessen Zweiten Kreuzzug und überließ ihm auch nicht Silber aus dem Harz. Kaiser Friedrich Barbarossa ließ die Besitztümer des Herzogs einziehen und zog im Spätsommer 1181 in Lübeck ein. Heinrich musste ins Exil nach England.

Um 1186/87 verlegte Graf Adolf III. die Wehranlage traveabwärts an einer anderen Stelle und der Name Travemünde wurde auf diese übertragen. Die wahrscheinliche neue Wehranlage befand sich zwischen der heutigen Straße „Rose“ und dem Leuchtturm auf dem Leuchtenfeld. Genaueres weiß man bisher noch nicht.
Etwas Neues wurde seitdem aber auch nicht mehr errichtet, da der Lübecker Reichsfreiheitsbrief aus dem Jahr 1226 es Dritten untersagte in zwei Meilen Entfernung vom Unterlauf der Trave Befestigungen zu unterhalten.

Am Hirtenberg gibt es jetzt zahlreiche Parkplätze. Die Gegend ist auch ein Tipp für die Nutzung Ihres Mountain-Bikes.



 

 

 

 

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