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Rund um Barnitz und Trave

 

 

 

 

Mit dieser Radrundfahrt machen wir auf den kleinen 20 km langen Zufluss zur Beste und damit zur Trave aufmerksam. Ein geschichtsträchtiger Wasserlauf, der teilweise Grenzfluss des legendären Limes Saxoniae war. Die Barnitz entspringt im östlichen Teil von Stormarn, etwas südlich von Stubben nahe der Bauerschaft Eichede-Krühe, in der Nähe von Stubben vereinigt sich der Lauf mit einem weiteren Bach, bei Groß Boden kommen noch zwei weitere Bäche dazu. Der Flusslauf erfolgt meistens in nordwestliche Richtung, der Fluss wird anschließend von der A1 überquert, passiert danach Pölitz und mündet dann südlich von Bad Oldesloe in der Nähe des Rümpeler Wegs in die Beste.

Wir starten vom Bahnhof Bad Oldesloe aus. Für den Regionalexpress Hamburg-Lübeck übrigens der einzige Halt unterwegs. Von hier steigt man auch um in Richtung Segeberg-Neumünster. Von hier aus ist es nicht weit bis zum Kurpark, der im 19. Jahrhundert Mittelpunkt eines beliebten Sol-, Moor- und Schwefelbades war, das Oldesloe Friedrich August Lorentzen und Franz Daniel Hagelstein zu verdanken hatte. An der Stadtseite gab es ab 1823 eine markante vierreihige Allee als Promenade, etwas südlich parallel zur heutigen Straße "Kurparkallee". Die noch am Parkeingang vorhandenen großen alten Eichen und Linden dürften ein Rest dieser Promenadenallee sein. Auch andere markante Bäume begleiten heute noch die Wege des naturnah gestalteten Parks. Vom Kurpark fällt der Blick auf die Peter-Paul-Kirche der historischen Innenstadt auf dem von alten Linden gerahmten Kirchberg. Rund um die Kirche stehen noch einige der alten Grabmale des ehemaligen Kirchhofs. Als dieser nicht mehr ausreichte, legte man 1823 den Alten Friedhof an der Bahnhofstraße an.  Dieser Friedhof mit dem backsteinernen Torhaus wurde mit Alleen aus geschnittenen Linden eingefasst und durch kreuzförmige Wege in vier Quadranten unterteilt. Heute ist der ehemalige Friedhof mit dem Mahnmal ein kleiner Park.
Vor dem Bahnhof halten wir uns jedenfalls jetzt rechts, überqueren die Trave beim Finanzamt und dem Polizeigebäude. Hinter dem Finanzamt ist die Kanueinsatzstelle in Richtung Hamberge. Wir folgen aber der Bundesstraße und biegen ab in die Segeberger Straße.
Links liegt jetzt das idyllische Brenner Moor, wer Lust hat kann ins Moor hinein bis fast an das Ufer der Trave. Aber den befestigten Weg am besten nicht verlassen. Einige 100 Meter weiter rechts folgt die Mennokate aus dem 16. Jahrhundert mit der Linde davor, die Menno Simons offenbar selbst gepflanzt haben soll. Geöffnet ist das Museum in der Regel nicht, hier sollte man sich vorher also schlau machen. Wiederum folgt links das Gut Altfresenburg mit dem beeindruckenden Torhaus und dem gerade renovierten Herrenhaus. Manchmal ist dies zugänglich zum Tag des offenen Denkmals jedenfalls oft. Von hier geht es vom Freibad Poggensee auf hügeliger Strecke mit Höhenunterschieden bis zu rund 50 Metern Richtung Reinfeld.  Hier wünscht man sich ein eBike, falls man nicht schon eines sein eigen nennt. Jetzt zweigt die Route von der Straße Bolande ab auf eine bewaldete Radelstrecke auf teilweise festen Sandwegen durch das Steinkampholz. Am Travehof mit seinem weißen Torbogen an der B75 geht es nach Süden. Zwischen Benstaben und Meddewade eröffnen sich dabei wunderschöne Aussichten über das Travetal. In Meddewade befinden sich auf der Hauptkreuzung eine Gedenkstein und eine uralte Friedenseiche. 1871 wurde sie gepflanzt. Kurz danach liegt am Weg eine hübsche Reetdachkate. Nach Querung der B208 fällt in Rethwischdorf ein auf einem Hügel liegendes Ehrenmal gegenüber der Christus-Kirche und dem Friedhof ins Auge. Von hier kann man sehr weit über das Land sehen. 
Vorbei am privaten Herrenhaus Treuholz, über die Barnitz und dem als Wohn- und Pflegeheim genutzten Herrenhaus Schulenburg geht es auf wenigen befahrenen Straßen südlich des Tals der Barnitz und durch die Pölitzer Schweiz  weiter nach Pölitz.
Dieser kleine Ort ist ein typisches Rundlingsdorf, das auf einer Anhöhe am Rande der begrenzenden feuchten Niederung der Barnitz entstand. Die Gehöfte gruppieren sich dabei hufeisenförmig um einen Dorfplatz, der sich am Ende einer von Bäumen gesäumten Zufahrtstraße befindet, daher der Name "Rundling". Anders als bei einem Straßendorf gab es hier wegen der Lage an der Barnitz keine Durchfahrtsstraße. Der von einem vom Rundling abzweigenden Hofweg aus erkennbare, aber nicht zugängliche baumbewachsene Turmhügel "Freedbargen" stammt als Rest einer verfallenen Burganlage wohl aus dem 14. Jahrhundert. 
Der Namen des Flusses Barnitz ist westslawischer Herkunft und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie Birken-Au, was auf eine mit Birken bestandene Flussniederung hindeutet. Ein Zusammenhang mit dem Ort Barnitz ist nicht zuletzt aufgrund der räumlichen Nähe denkbar, aber nicht nachgewiesen. 
Ab Rümpel führt der Weg auf der alten Bahntrasse und vorbei am Quellental zurück nach Bad Oldesloe.