A-Z

Herrenhäuser pur

Wir wollen einige sehenswerte Herrenhäuser anschauen und starten unsere Tour in Jersbek. Hier lockt zunächst der barocke Garten, ein Spaziergang durch den Garten bis zum Grab von Paschen von Cossel lässt uns an die alten Jagdtraditionen hier denken.
Der Weg zum  im Wald liegenden mystischen Freigrab mit freimaurerischer Symbolik ist vom Übergang der Gartenallee in den Waldbereich ausgeschildert. Das Grab legte Paschen von Cossel (1714 - 1805), Gutsbesitzer ab 1774, für seine Frau an. 

Torhaus Jersbek
Torhaus Jersbek

Die Freimaurerei ist an sich auch interessant. Sie versteht sich als ein ethischer Bund freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Sie sollen durch die praktische Einübung im Alltag gelebt werden. Die Freimaurer organisieren sich in sogenannten Logen. Paschen von Cossel war wohl so ein Mensch.
Die beeindruckenden Alleen stammen noch aus der Barockzeit als Bendix von Ahlefeldt, unter anderem der Direktor der Hamburger Oper ab 1726 sein Herrenhaus und den prunkvollen Barockgarten anlegte. Über 500 Meter Länge führt eine vierreihige Lindenallee im Park mit den Resten zweier Jagdsterne rechts und links der Hauptachse. Ein barocker Jagdstern war in Form sternförmig angeordneter Waldschneisen konzipiert.

Garten Jersbek
Garten Jersbek

Auf dem Weg zur Tourstrecke nach Bargteheide steht an der Jersbeker Straße ein alter reetgedeckter Eiskeller. Kühlschränke hatte man früher ja nicht. 

Eiskeller Jersbek
Eiskeller Jersbek


In Bargteheide ist ein Bronzezeitlicher Grabhügel sehenswert.


Grabhügel Bargteheide
Grabhügel Bargteheide

Vom Grabhügel aus fahren wir Richtung Bahnhof und folgen dem Tremsbütteler Weg stadtauswärts.
Das Schloss Tremsbüttel mit seinem sehenswerten Park liegt zur rechten. Heute ist das Schloss mit seinen märchenhaften Türmen und die dazugehörige Anlage umgebaut zum  Hotel und Tagungs-Zentrum. 

Schloss Tremsbüttel
Schloss Tremsbüttel


Hier waren schon die Beatles zu Gast mehrere Jahre davor auch befreundete Künstler wie Matthias Claudius, Christian zu Stolberg-Stolberg, dem der Platz vor dem Schloß jetzt gewidmet ist, und noch viele mehr.

Schloßgarten Tremsbüttel
Schloßgarten Tremsbüttel


Ein Stück geht es wieder zurück, dann links durch die Beektwiete nach Hammoor. 

Klassenzimmer Hammoor
Klassenzimmer Hammoor



An der Kreuzung mit dem Einkehrtipp Klassenzimmer hält man sich Richtung Ahrensburg durch die Straße Kamp.
Im Nordosten Ahrensburgs geht es auf einem Teilstück des Stormarnweges noch einmal durch ein ehemaliges Jagdgebiet, den Tiergarten. Dieser wurde im 19. Jahrhundert als eingefriedetes Sauengehege des Adligen Gutes Ahrensburg genutzt und lag im Beimoor. 

Weiter abseits von der stark befahrenen Straße in den weiten Waldgebieten sind Wildschwein, Kranich und Rotwild zu sehen, alles Tierarten, die schon von den adligen Gütern als Jagdrevier und für die Tiergärten genutzt wurden.

Vorbei an der gewaltigen Ketchup-Fabrik HeLa gelangen wir zum Ensemble Marstall und Schloß Ahrensburg. 

Marstall Ahrensburg
Marstall Ahrensburg


Schloss Ahrensburg
Schloss Ahrensburg

Die Soßen von HeLa sind übrigens die einzigen Artikel (Lebensmittel) aus Stormarn die man bundesweit bei Lidl und Aldi in den Regalen antrifft. Schade eigentlich für die anderen Lebensmittel aus Stormarn. Unsere Einkaufgewohnheiten sind aber wohl die Ursache, dass man selbst Milch von weit entfernten Meiereien herantransportiert, weil diese so schön kostengünstig ist.

Jetzt noch unter der Bahnbrücke durch und der Blick geht zum Schloss Ahrensburg. Besichtigen kann man es meist bis 17:00 Uhr.  
Zum adligen Gut gehörten auch mehrere Wirtschaftsgebäude, von denen die heute private Wassermühle und der Marstall, der heute als Kulturzentrum regelmäßig kostenlose Ausstellungen zeigt, sowie die Bagatelle, eine ehemalige Hofstelle. 

Bagatelle Ahrensburg
Bagatelle Ahrensburg



Gottesbuden Ahrensburg
Gottesbuden Ahrensburg

Wenige Meter, nachdem wir Richtung Innenstadt fahren, erreichen wir die Gottesbuden mit der Schlosskirche.

Die Schlosskirche mit sterngewölbter Decke ist die Grabkirche der Rantzaus. Ihr Kirchhof wird von zwei Reihen so genannter Gottesbuden gerahmt. Diese Gottesbuden waren von jeher mit einer Stiftung zur Versorgung der Bewohner versehen. Im Gegenzug waren die sogenannten "Prövener", die Bewohner der Gottesbuden, verpflichtet, durch Gartendienste ihre "Pröve", also die Gabe aus der milden Stiftung zu verdienen. Noch 18566 erhielt der Gärtner Petersen auf diese Weise neben freier Kost und Logis auch "auf herrschaftliche Rechnung … die Wäsche und seinen … Brandwein und Toback".  Die Miete für die Gottesbuden liegt noch heute in der Höhe, wie sie Peter Rantzau im späten 16. Jahrhundert festgesetzt hat, nämlich bei einem halben Taler (ca. 0,75 €) monatlich.
Weiter die Straße hoch gelangt man zum Zentrum. Die Große Straße ist gleichzeitig zentrale Achse des früheren barocken Stadtensembles. Die Straße führt von der Schlosskirche, die bereits vor der barocken Neugestaltung (1759 bis 1764) des ehemaligen  Dorfes Woldenhorn zeitgleich mit dem herrlichen Schloss Ahrensburg in dieser Form zwischen 1575 und 1595 errichtet wurde zum Rondeel. 

Schlosskirche Ahrensburg
Schlosskirche Ahrensburg


Entlang dieser Achse reihte sich ursprünglich die gesellschaftliche Ordnung des Gutes, von den Kavaliershäusern der Gutsbeamten und des Pastors am Markt vor der Kirche über die Domizile der Kaufleute bis zu den Häusern der Bauern fern vom prachtvollen Herrenhaus. 
Weiter geht es durch die Fritz-Reuter-Straße, dann gelangt man von der Großen Straße zum Radwanderweg am Reesenbüttler Graben, der, vorbei am Naturschutzgebiet Ammersbek-Niederung und durch das Dorf Bünningstedt, Richtung Duvenstedter Brook führt.

Früher wurde der Brook von den Bauern und Gutsherren zur Viehweide, Holznutzung und zum Torfstich genutzt. In den heutigen ausgedehnten und urwüchsigen Naturschutzgebieten Duvenstedter und Hansdorfer Brook leben seltene Pflanzen und Tiere. 
Durch den Duvenstedter Brook gelangt man über einen kurzen Abstecher entlang der Jersbeker Straße nach Westen zu unserem Ausgangsort  dem sehenswerten Gut Jersbek.

Radtour E

 

 

 

 

 

Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Wir verwenden Google analytics.