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Hier mal um die Heilsau rum

Immer an der Heilsau entlang, die im Osten durch eine flachwellige Landschaft und im Westen auf eine weite Hochebene führt. Unsere Radroute führt auch durch geschichtsträchtige Dörfer, deren Entwicklung eng mit dem ehemaligen bedeutenden Kloster Reinfeld verbunden ist.

Sieben Türme von Zarpen aus gesehen
Sieben Türme von Zarpen aus gesehen



Da ist als Ausgangsort Zarpen. Hier ist auch erlebenswert unser Wandervorschlag "Sieben Türme". Für die Kirche hatte Zarpen immer schon eine hohe Bedeutung. Die Mönche des Klosters Reinfeld begannen 1221 hier mit dem Bau der Dorfkirche. Zarpen, ursprünglich eine Marktsiedlung hatte dann sogar zwei Jahrhunderte Stadtrechte. Direkt an der Kirche sind auch ausreichend Parkplätze. Nach einer Stärkung beim Bäcker nimmt man zunächst die Steigung die Zarpener Wallberge hoch. Diese Landschaftsbuckel nennt man auch Oser., sie erstrecken sich parallel zum Tal der Heilsau. Die Oser sind Zeugen der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren, die der Gletscher damals hierherschob. Beim Anstieg liegt rechter Hand weit unten der Struckteich. Genau wie der Herrenteich in Reinfeld und die anderen Teiche dort, wurde dieser auch von den Reinfelder Mönchen angelegt, die darin Karpfen züchteten. Zeitweilig wurde er für eine landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt und erst 1997 wieder angestaut. Seitdem hat sich dieser Flachsee, dieses Biotop zu einem Eldorado für seltene Entenarten, aber auch Greifvögel wie den Seeadler entwickelt. Hat man seine Fahrradrunde in Zarpen beendet lohnt sich sicher ein Abstecher hierher. 

 

 

 

 

Dorfkirche Zarpen
Dorfkirche Zarpen


Westlich der Wallberge führt die Tour auf eine Hochebene. Die Straße durch die ländliche Idylle zwischen Rehhorst und Pöhls wird von einer aus vielen Baumarten bestehenden Allee gesäumt, von der aus der Blick weit ins Land schweifen kann. Von dieser Anhöhe aus wird Heilshoop sichtbar, auch schon sehr alt. Auch den hiesigen Moorteich legten die Mönche seinerzeit an. Fischwirtschaft wird auch noch betrieben. Hier gibt  es eine Badestelle, eine Abkühlung an heißen Tagen ist also auch möglich. Unsere Radtour führt weiter die Heilsau hinauf Richtung Mönkhagen. Auch dieser Name geht auf die Mönche damals zurück. Vorbei an diesem Ort geht die Fahrt weiter durch die Bauerndörfer Krumbeck, Obernwohlde und Arfrade. Ein kleines Stück fahren wir also durch Ostholstein. Im Krumbecker Hof ist ein Bauernladen aktiv. Obernwohlde hat einen schönen Dorfanger mit Dorfteich und Spielplatz, Zeit für eine kleine Rast. Am Brink 22 befindet sich die Doerpskaat, ein um 1690 errichtetes Zweiständer-Hallenrauchhaus. Durch leicht hügeliges Gelände geht es von Arfrade weiter nach Eckhorst mit seinem markanten Wasserturm. Südlich von Eckhorst liegt die "Wüstenei". Dies ist der ehemalige Standortübungsplatz. Man wollte ihn schon lange zu einem Naherholungsgebiet eventuell mit Reitwegen machen, Badendorf ist ja eine Pferdehochburg. Bisher konnte man aber noch nichts realisieren. Jetzt wieder in Stormarn überqueren wir die relativ neue A20. Der Weg führt weiter durch das idyllische Dahmsdorf und durch schöne Redder an den Gehöften von Manhagen und Pasewerk vorbei. Mit Einbiegen in den Redder verläuft die Route abschließend nochmals parallel zur Heilsau mit Blick auf die Zarpener Wallberge im Westen.Mit etwas Glück trifft man auch im Hoflädchen Frau Henne an. https://redderhof-ziegen.jimdo.com/Für eine kleine Rast ist dann alles vorhanden, Kaffee und selbstgebackener Kuchen. Berühmt ist sie aber für Alles von der Ziege, der Käse ist selbstgemacht, oberlecker.Ein Redder ist übrigens ein Weg, der beidseitig von einer Hecke oder einem Knick begrenzt wird.Der Name kommt aus dem Niederdeutschen und bedeutete „Weg zwischen zwei mit Hecken besetzten Gräben“, wobei seinerzeit mit „Graben“ ein Wall bezeichnet wurde. Redder spielen im Naturhaushalt eine besondere Rolle. Während in einem einfachen Knick von 1 km Länge ca. 30 Vogelpaare brüten, kann die Brutpaardichte in einem Redder mit Doppelknick bis auf das 6-fache steigen.Zurück in Zarpen lohnt sich der Besuch der frühgotischen Backsteinkirche mit ihrem holzschindelgedeckten Turm.Das Geläut umfasst der Glocken, von denen die älteste auf 1464 datiert wird. Innen sind Malereien an den Gurtbögen und Gewölben, die Renaissance-Kanzel, das versilberte Kruzifix sowie ein barocker Orgelprospekt für die Kirchenkunst bedeutend. (Eine ähnliche Radtour wird auch im Führer der Sparkassen-Kulturstiftung Mai 2009 beschrieben) 

 

 

 

 

 

 

Ostsee