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Höltigbaum und Stapelfeld

Stapelfeld im Amt Siek ist eine Gemeinde im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein.

Stapelfeld grenzt unmittelbar östlich an Hamburg an. Die Stellau und die Wandse fließen durch die Gemeinde. Weithin sichtbar ist der 110 Meter hohe Schornstein der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld.
Das Runddorf Stapelfeld wurde vermutlich um 1150 gegründet. 1527 erwarb der Dänische König Stapelfeld.

Auf dem naheliegenden Standortübungsplatz Höltigbaum übten in der Hauptsache Panzergrenadiere aus Rahlstedt. Das war meistens die Panzergrenadierdivision 17. Die Brigade wurde nach der Heeresstrukturreform IV 1993 aufgelöst. Auch andere Übungen fanden jetzt nicht mehr statt.
Der Name Höltigbaum kommt aus dem Plattdeutschen und heißt „Halte-„ oder „Schlagbaum“. Im 18. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle auf der zollpflichtigen Landstraße zwischen Hamburg und Lübeck (Meiendorf-Ahrensfelde) eine Zollstation, an der Wegezoll entrichtet werden musste.

Für die militärischen Übungen wurden die Flächen mit Hilfe einer Schafherde als Landschaftspfleger freigehalten. An anderer Stelle wiederum wurde für militärische Aktivitäten intensiv angepflanzt; Farnansammlungen dienten als Deckung für Geländeübungen und großflächige Fichtenwälder dienten zur Tarnung des Munitionsdepots.
Noch heute erkennt man an Resten der Betonstraßen und Spurrillen der Panzer die alte Verwendung. Auch Gefechtshügel und der Hubschrauberlandeplatz können noch ausgemacht werden.
Seit 1997/98 steht der ehemalige Standortübungsplatz nun unter Naturschutz. Zusammen mit den Naturschutzgebieten "Stellmoorer Tunneltal" und "Ahrensburger Tunneltal" bildet der "Höltigbaum" ein rund 1.000 ha großes Schutzgebiet, das mit nahezu gleichen Anteilen im Hamburger Stadtgebiet und in Schleswig-Holstein liegt. Wegen eines bedeutenden Kammmolch-Vorkommens gehört es zum europäischen ökologischen Netz "Natura 2000".

Das typische eben ist die eindrucksvolle Steppenlandschaft also savannenartige Grasfluren. Seit 2000 wird jetzt ganzjährig extensive durch eine gemischte Herde aus Rindern und Schafen beweidet. Das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben heisst "halboffene Weidelandschaft Höltigbaum". Dazu wurde auch ein Pflegehof errichtet. Hier trifft man die MitarbeiterInnen der Stiftung Natur im Norden (Nano) an, die die Tiere und Naturschutzgebiete betreuen und Besucher gerne informieren.
Auf diesem Pflegehof befinden sich neben den Büros auch ein Stall, ein Schaugelände, auf dem man Herden von Bentheimer Landschafen, Burenziegen und Schottischen Hochlandrindern beobachten kann, sowie eine Scheune, deren linker Teil für die Umweltbildung genutzt wird.
2008 kam das Naturschutz Informationshaus " Haus der Wilden Weiden" in unmittelbarer Nachbarschaft dazu. 
Dort wird eine interaktive Ausstellung mit nützlichen Informationen zum Pflegekonzept der "Halboffenen Weidelandschaften" und zur Geschichte der Naturschutzgebiete Höltigbaum und Stellmoorer Tunneltal angeboten.
Im "Haus der Wilden Weiden" gibt es dann Infobroschüren, Bücher, Karten und ähnliches sowie Eis und Getränke. Das "Haus der Wilden Weiden" lässt sich auch für Seminare und private Feierlichkeiten mieten.
Um die vielseitige Landschaft des Höltigbaums zu erleben, stehen viele Wander- und drei Rundwanderwege zur Verfügung mit herrlichen Aussichten. Sechs Wanderwege überqueren dabei die "Wilden Weiden".
Die Natur wird mittlerweile von allen Generationen gut besucht oder die Veranstaltungen der betreuenden Verbände (NABU, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Verein Jordsand) und der Stiftung Natur im Norden aufmerksam verfolgt.

Haus der Wilden Weiden
Stiftung Natur im Norden
Eichberg 63, 22143 Hamburg
Tel. 040-18 04 48 60 10
E-Mail: info(at)Haus-der-Wilden-Weiden.de
www.Haus-der-Wilden-Weiden.de und www.stiftung-natur-im-norden.de

Öffnungszeiten Infohaus "Haus der Wilden Weiden":

April - September
Do., Fr.: 14 - 18 Uhr
Sa., So., Feiertags: 11 - 18 Uhr

Oktober - März
Do., Fr.: 14 - 17 Uhr
Sa., So., Feiertags: 11 - 16 Uhr
 

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